May 06

Erfahrungsbericht DIR-Wings – Halcyon vs DIRZONE

 

DIR-kompatible Wings

DIR-kompatible Wings gibt es inzwischen von zahlreichen Herstellern. Die Komplettpreise für ein Harness mit Blase variieren im Handel im Bereich von 100-200 Euro. DIR-Kompatibilität versprechen alle Hersteller, woher kommen also die Preisunterschiede?

Auch ich habe mir die Frage gestellt, ob ein HALCYON oder ein Wing von DIRZONE die bessere Wahl ist. Nachdem ich nun mit beiden mehr als 50 Tauchgänge gemacht habe, hier mein ganz persönlicher Erfahrungsbericht. (Inzwischen gibt es noch weitere Hersteller auf dem Markt wie z.B. Tecline)

Halcyon (USA) ist die Marke des DIR-“Erfinders” Jarrod Jablonski. Die Marke ist der Platzhirsch bei den DIR-Ausrüstern. Aus europäischer Fertigung sind die DIRZONE Produkte, die ebenfalls 100%i dem DIR-Standard entsprechen.
Legt man die Harness nebeneinander gleichen sie sich tatsächlich wie ein Ei dem anderen. Alle wesentlichen Maße sind identisch, so dass man z.B. auch Teile der Hersteller problemlos miteinander kombinieren kann (z.B. Halcyon Harness an Dirzone-Blase). Die reine Funktionalität ist exakt gleich, beide sind sehr gut verarbeitet und erfüllen ihren Zweck. Will man echte Unterschiede finden, hilft nur ein Blick auf die Details.

 

Die Schnallen

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Beide Hersteller verwenden Edelstahlverschlüsse von ähnlicher Qualität. In die Halcyon-Schnalle ist das Firmenlogo eingestanzt, die Schnalle von Dirzone ist ohne Logo.

 

 

 

 

Gurt und D-Ringe

hal1dir2Die Gurtbänder unterscheiden sich nicht nur in der Optik. Beide Gurte fühlen sich haltbar und wertig an, das Halcyon-Band ist dabei dünner, geschmeidiger und etwas weicher als das Gurtband von Dirzone.

Beide D-Ringe sind gut verarbeitet, der Inflatorhalter ist bei Halcyon ist ein Gummiband, bei Diazone ein Stück Bungee.

 

 

Die Blasen

dir4 hal5Beide Blasen sind gut verarbeitet. Wie bereits beim Gurt ist die Halycon Blase etwas weicher. Die Ventile funktionieren bei beiden Blasen sehr gut.

Mein Eindruck ist, dass die weiche Blase die Nutzung des Zweitablasses ein bisschen vereinfacht, da die Blase ja bei gutem Trimm am Bändchen des Ventils etwas nach oben gezogen werden muss.

 

 

Die Inflator

 

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hal6Die Inflator haben exakt die gleichen Bedienelemente. Der Halcyon Schlauch ist etwas breiter als der Schlauch des Dirzone Jackets. Beide lassen sich gut dosieren und sind sehr langlebig und robust.

 

 

 

 

Apr 08

GUE Fundamentals – Erfahrungsbericht (3)

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Tag 3

Das zweite Kurswochenende fand in Holland in Panheel am Tauchplatz Boschmolenplas statt. Der Tauchplatz hat ganzjährig gute bis sehr gute Sichtweiten. Wir begannen den Tag mit dem Übungen zum S-Drill auf dem Parkplatz. Anschliessend ging es zum ersten Tauchgang ins Wasser. Ab jetzt wurde das volle Programm geübt: Flossenschläge, Tarierung, Trimm, Gasspende und diverse Stopps in unterschiedlichen Tiefen. Damit es uns nicht zu einfach wurde, fand ein Großteil der Übungen bei knapp 3m-5m Tiefe statt. Unsere Tarierung wurde spürbar besser, aber einzelne komplexe Situationen zeigten uns auch wieder unsere Grenzen auf. Nach gut 60min ging es zum Flaschenfüllen und nach einer weiteren Theorieeinheit wieder zurück ins Wasser. Zu den Übungen vom Vormittag kam nun noch der Valvedrill hinzu. Wieder wurde das volle Programm geübt bis unser Minimumgas erreicht war. Gemeinsam ging es nun ins Hotel, wo wir die Videoaufnahmen unserer Tauchgänge analysierten. Unsere guten Passagen wurde zwar immer länger, aber ab und zu hatten wir immer noch Übungen die noch Luft nach oben hatten. Mit der Frage im Kopf, ob es wohl zum Bestehen des Kurses reichen würde, gingen wir früh ins Bett.

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Tag 4

Am Sonntagmorgen ging es mit der letzten neuen Übung, dem Bojeschiessen weiter. Erst Trockentraining an Land, dann ging es wieder ins Wasser. Die Übungen umfassten wieder alles zuvor gelernte, teilweise in Kombination wie z.B. Bojeschiessen und Auftauchen mit zwei Stops  bei laufendem out of gas – Szenario. Unsere Grundordnung war nochmals spürbar besser, aber vereinzelt klappten Übungen wieder noch nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Die GUE_drillsAnforderungen waren an diesem Tag in Summe nochmal höher. Meine Zweifel am erfolgreichen Abschluss wurden größer. Der letzte Tauchgang kombinierte dann nochmal alles vorher trainierte. Als Sven das letzte Zeichen zum Auftauchen gab, waren wir froh, dass wir es geschafft hatten. Doch wie war das Ergebnis? Vor den Endergebnissen gab es nochmal ein Video-Analyse bei der Sven uns weitere Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigte.

Kurz darauf bekamen wir abschliessende die detaillierte Einzel-Beurteilung: Wir hatten beide bestanden. :-)

 

 

Fazit

 

 

Mein Fazit ist eindeutig: ich habe noch nie vorher bei einem Kurs soviel in so komprimierter Zeit gelernt. Trotz meiner gut 400 Tauchgänge habe ich jetzt erstmalig eine realistische Einschätzung, wo ich wirklich stehe. Bei vielen Fähigkeiten die ich vorher bei mir als absolut solide eingeschätzt habe, hat mir der Kurs offenbart, wie schnell durch Kleinigkeiten die Grundfähigkeiten wie Tarierung und Trimm verloren gehen können.

Eine weitere Erkenntnis war, dass das DIR-System nur vollständig angewendet funktioniert. Ich habe mir vor dem Kurs auch einzelne Dinge aus dem DIR-System herausgegriffen und für MIR-konform erklärt, heute weiss ich, dass es sehr durchdacht ist und nur vollständig angewendet richtig funktioniert.

Wer diesen Kurs bucht sollte bereit sein, die GUE Philosophie offen anzunehmen. Ich habe vorher auch gedacht, dass ich viele Dinge schon kann, was sich in vielen Dingen als falsch herausgestellt hat.

 

“always look cool”

So lautet eine der Grundprinzipien der Ausbildung. Gemeint ist damit, dass man seine Tauchausrüstung am Körper jederzeit aufgeräumt halten sollte, bis man sie wieder ablegt. Das bedeutet zum Beispiel dass Atemregler weggeklappt sind und daß das Lampenkabel ordentlich unter dem Hüftgurt verstaut ist.
Sicherlich kann man auch hierzu unterschiedliche Sichtweisen haben, wer jedoch schon mal an einer beliebigen Basis gesehen hat, wie Atemregler unbeabsichtigt durch den Sand geschleift werden, wird mir zustimmen, dass auch diese Regel letztlich einen echten Sicherheitsgewinn darstellt.

 

“Never dive with strokes?”

Vorab: diese Regel wurde uns im Kurs nicht vermittelt, da sie aber hartnäckig zitiert wird möchte ich kurz darauf eingehen.
Auch in meinem Freundeskreis kam dennoch schnell die Frage auf ob ich jetzt zukünftig nur noch mit GUE Buddys tauche. Die Antwort ist “nein”.

Natürlich werde ich weiter auch Fun-Dives mit Tauchern aus anderen Verbänden und mit anderer Ausrüstung machen. Anspruchsvolle Tauchgänge werde ich wie bisher nur mit Leuten machen, auf die ich mich verlassen kann. Die Messlatte, auf wen man sich verlassen kann, hat sich für mich durch diesen Kurs aber verändert.

Um besser zu werden, werde ich zukünftig öfter mit GUE-Buddys abtauchen.
Da der Fundamentals Kurs ja eine Grundausbildung ist bin ich fest entschlossen, noch weitere GUE Kurse zu besuchen.

 

würde ich es wieder tun?

Sven Nelles war als Ausbilder eine exzellente Wahl. Er hat uns bis zum Ende gefordert, der Spass kam aber nie zu kurz. Ich würde sofort wieder einen Kurs bei Sven buchen. Die Organisation war sehr gut und aus meiner Sicht den Preis absolut wert. Wer es lernen will besser zu tauchen und nicht auf ein leichtes Plastikkärtchen aus ist, ist hier absolut richtig!

Bei weiteren Fragen, könnt ihr mich gerne direkt kontaktieren unter huey(at)lostplacediver.de

bis dahin “always look cool” :-)

 

Apr 04

GUE Fundamentals – Erfahrungsbericht (2)

GUE Kurstag 1

Nachdem ich meine Ausrüstungsliste gepackt und kontrolliert hatte, machte ich mich am frühen Ostersonntag auf dem Weg zum ersten Kurstag in Köln. Die Zeitumstellung hatte meine ohnehin etwas unruhige Nacht noch etwas weiter verkürzt. Egal, ich hatte es mir ja selber ausgesucht :-)

Der Kursplan sah grob wie folgt aus:

  1. Tag:  Theorie, Theorie, Theorie, Check und Einstellen der Ausrüstung (Backplate usw.)
  2. Tag: Theorie, Schwimmtest (275m und 15m Streckentauchen), Ausbildungstauchgänge mit Übungen im Schwimmbad, schriftl. Prüfung
  3. Tag: Drill-Übungen und Freiwassertauchgänge mit zahlreichen Übungen
  4. Tag: Drill-Übungen und Freiwassertauchgänge mit zahlreichen Übungen, Kursabschluss

und los gehts

In Köln angekommen erwartete Sven uns bereits. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde fragte Sven nach unseren Erwartungen an den Kurs und wie wir unserer Fähigkeiten selber einschätzen.  Ich antwortete mutig dass “meine Tarierung und mein Trimm” gut sind und ich offen sei, neue Dinge zu lernen…

gue_theoriePer Beamer führte uns Sven nun durch die zahlreichen Theoriemodule. Erläuterungen, Fragen, Übungen… Ich habe in meinem Taucherleben schon etliche Kurse bei CMAS, PADI und SSI gemacht, die Inhalte des GUE Fundamentals Kurses sind in Umfang und Detailtiefe eine andere Welt.

Zunächst erläuterte Sven GUE, die Philosophie, das Kursprogramm, die Kursstruktur und die Leistungsanforderungen. Anschliessend wurden die Grundlagen von Tarierung, Trimm und Balance erläutert und die unterschiedlichen Flossentechniken besprochen. Neben der Präsentation haben wir uns auch Filmsequenzen zur Verdeutlichung einzelner Fertigkeiten angeschaut.

Sven ermunterte uns stets Fragen zu stellen, wovon wir reichlich Gebrauch machten. Weiter ging es mit der richtigen Bleimenge. Ich war fest überzeugt, dass meine Bleimenge bereits absolut richtig war. Wir lernten weiter, wie lebenswichtig ein “balanced rig” ist und wie man es erreicht.

Im Anschluss erläuterte Sven anschaulich die optimale Konfiguration. An keiner Stelle bekamen wir zu hören “das machen wir eben so” sondern alle Fragen und Anmerkungen wurden detailliert erläutert und erklärt.  Ich sah nach diesem Kursteil viele Dinge, die mich bisher bei 400 Tauchgängen begleitet hatten, in einem neuen Licht.

Im nächsten Modul ging es um die Planung eines Tauchgangs. Wir lernten die Grundlagen der Tauchgangsplanung, die Gasplanung und verschiedene Gas-Strategien kennen. Es folgten Übungen zur Berechnung der Gasmenge, des Minimumgases und zahlreiche weitere Strategien um Tauchgänge sicher zu planen.

In den Beispielen wurde deutlich, wie uneinheitliche Flaschengrößen und unterschiedliche Atemgase die Komplexität eines Teamtauchgangs erhöhen. Die GUE Philosophie der “Standardisierung” wurde schrittweise für uns immer logischer und nachvollziehbarer.

Am Nachmittag konfigurierten wir dann unsere Backplates, mit Blei, Tank- und Backuplampen und den Doppelflaschen. Sven optimierte die Backplate-Einstellungen an allen erforderlichen Stellen und nach und nach passte es immer besser. Wir machten Knoten mit Caveline, ersetzten Kabelbinder und justierten Boltsnaps neu. Obwohl ich seit zwei Jahren im DIR-Style tauche, fand Sven noch zahlreiche Optimierungs-möglichkeiten.

Nachdem alles richtig eingestellt war, ging es weiter mit Theorie und dem Thema Atemgase. Es wurde draussen dunkel und wir berechneten Sauerstoffgrenzwerte und lernten warum Nitrox32 das Standardgas bei GUE ist.

Am Abend endete unser erster Kurstag, ich war begeistert, hatte sehr viele neue Dinge gelernt und bekannte Dinge aus einer ganz neuen Perspektive kennengelernt.

Zufrieden, aber ziemlich geschafft, machte ich mich dann auf den Heimweg.

GUE Kurstag 2 

Nach erneut kurzer Nacht mit gutem Schlaf haben wir uns am Ostermontag im Schwimmbad “Monte Mare” in Rheinbach getroffen. Pünktlich um 9:00 Uhr begann das nächste Theoriemodul. Mischgastauchen und Dekompression stand nun auf dem Programm. Zum Abschluss wurden noch typische Tauch-unfallszenarien und Wege zu ihrer Vermeidung besprochen.

Nun wurde es Ernst: Konni und ich mussten den Schwimmtest mit 275m in unter 14 Minuten absolvieren. Obwohl ich nie ernsthaft Schwimmen trainiert hatte, kamen wir locker deutlich vor der Zeit an. Hier zeigte es sich zum ersten Mal das GUE Teamsport ist: es zählt nicht wer als erster ankommt sondern das ganze Team. Der nächste Test war das Streckentauchen (15m ohne Flossen). Auch diese Übung war kein Problem für uns.

mareNun ging es endlich ans Tauchen. Bei sympathischen 32°C schlüpften wir in unsere Trockis und zogen unsere Ausrüstung an. Ich hatte bisher beim Anlegen des Wings immer etwas Hilfe von meinen Buddy gebraucht, mit den Tipps von Sven war ich nun in der Lage mich komplett selber anzuziehen :-)

Im Wasser angekommen lernten wir das GUE-Briefing und den Bubblecheck kennen. Nach gefühlten 15 min tauchten wir dann erstmalig ab. Von nun an wurden unsere Bewegungen von einer Kamerataucherin gefilmt.

GUE3Flossentraining war nun angesagt. Frogkick, modified Frogkick,Flutterkick, modified Flutterkick, Helicopterturn, Rückwärtsschwimmen und weitere Varianten der bereits gelernten Kicks. Die Zeit verging im Flug. Meine Tarierung und mein Trimm waren aus meiner Sicht ganz ok und ich konnte endlich zeigen was ich draufhatte.

Bei jeder Runde zeigte Sven an, was noch nicht ok war: mal waren die Knie zu tief, der Kopf nicht hoch genug… es wurde langsam echt anstrengend. Einige Drills später gab Sven das Zeichen zum Auftauchen.

Überwasser ging Sven dann in aller Ruhe die Übungen mit uns durch. Mit vielen Tipps versehen ging es kurz darauf wieder ins Wasser. Die nun folgenden Drills waren anspruchsvoller, wie z.B. Gasspende, Maskenwechsel, Tauchen ohne Maske usw. natürlich immer frei schwebend und hoffentlich gut austariert. Inzwischen war es gut nach 19:00 Uhr und meine Kräfte und meine Konzentrationsfähigkeit schwanden mehr und mehr. Die letzte Drill-Übung auf 3m war dann ein echtes Disaster: weder wusste ich noch welche Drills wir in welcher Reihenfolge machen sollten noch war meine Tarierung ok. Ich fühlte mich wie ein echter Tauchanfänger. Platt und etwas frustriert tauchte ich auf.

Endlich Feierabend…. doch Sven hatte noch einen Programmpunkt. So ging es  nochmal ins Becken um mit fast leeren Tanks die Bleimenge zu optimieren. “Mein Bleimenge ist doch eigentlich in Ordnung”, dachte ich.
Nach der Übung hatte ich ein zwei kg Blei weniger …

Wir packten unsere Ausrüstung zusammen und verließen das inzwischen menschenleere Schwimmbad. Beim Abendessen zeigte Sven uns noch die Filme von den Übungen des Tages und erklärte im Detail was wir noch weiter verbessern konnten. Beim Film von der letzten Übung fiel ihm leider wieder ein, dass ich meine Tarierung als gut eingeschätzt hatte…. ok, auch der Punkt ging an ihn. :-)

Kurz vor Mitternacht war ich dann zu Hause und fiel wieder tot ins Bett.

 

weiter gehts!

Knappe zwei Tage später ließ der Muskelkater wieder nach und ich beschloss noch eine zusätzliche Übungseinheit einzulegen bevor es am nächsten Wochenende in Panheel im Freiwasser weiter gehen sollte. Mit meinem Buddy Lars und einer GUE-Buddiene habe ich die wichtigsten Drills wiederholt und getestet ob die reduzierte Bleimenge auch im dicken Unterzieher passt. Die neue Bleimenge funktionierte tatsächlich. Ausgeruht klappte nun auch die Tarierung und der Trimm wieder wie gewohnt. Zuversichtlich sah ich nun auf die letzten beiden Kurstage.

Ich nahm mir fest vor mich nicht mehr so aus der Ruhe bringen zu lassen.
Ich war wieder sicher: ich kann das – Tag 3 konnte kommen!

 

GUE Fundamentale Erfahrungsbericht Teil 3

Apr 01

Tauchgold – ein attraktiver Gewässerschutz

Tauchgold – eine Alternative für die Umwelt

Gewässerschutz für Flora und Fauna ist für viele Tauchern ein wesentlicher Aspekt. Seit Jahren wird die schleichende Belastung der Gewässer durch nicht ummanteltes Tauchblei in Fachkreisen diskutiert. In einigen Binnengewässern ist die Nutzung von Bleigewichten inzwischen verboten.

Aus Dubai kommt nun eine exklusive Lösung für dieses Problem: Tauchgold.
Anstelle den üblichen Bleistücken sind nun auch Goldstücke in einer 333er Legierung als Tauchgold erhältlich. Neben dem modischen Aspekt, ist Gold umweltverträglich und gibt keinerlei Schadstoffe an die Umgebung ab.

Der Preis für ein TauchgoldKilo Tauchgold bemisst sich am aktuellen Weltmarkt-Goldpreis. Auf den ersten Blick sind die aktuell ca. 16.000 Euro pro Kilo ein stattlicher Preis, allerdings erhält man neben dem grünen Gewissen auch eine nahezu unverwüstliche Geldanlage. Gratis dazu gibt es die Gewissheit, dass man so ausgestattet  im Falle eines Tauch-Unfalls garantiert geborgen wird.

Offen ist jedoch die Frage, ob die Nutzung von Tauchgold auch DIR-konform ist. GUE und weitere Tectauchverbände  waren bisher zu keiner Stellungnahme bereit. Der Hersteller hat angekündigt, Tauchgold auch in schwarzer Ummantelung anzubieten, um so auch Akzeptanz innerhalb der üblicherweise in schwarz gewandeten Tec-Tauchszene  zu fördern.

Mar 23

GUE Fundamentals – Erfahrungsbericht (1)

GUE

 

GUE – die Global Underwater Explorers stehen weltweit für erstklassige Ausbildung nach dem DIR System (DIR=doing it right – mache es richtig). Die Qualität der Ausbildung ist in informierten Taucherkreisen unbestritten. Man kauft beim GUE Fundamentals kein Brevet sondern eine Ausbildung. Das Brevet muss man sich hier mit nachgewiesener Qualität echt verdienen. Der Basiskurs “GUE Fundamentals” enthält Themen und Übungen, die bei anderen Ausbildungsorganisationen nicht mal gestreift werden.

GUE Fundamentals

Kursbestandteil sind u.a.  Flossentechniken, Tarierung und Trimm eines Tauchers. Darüber hinaus taucht man bei GUE nicht einfach seine Flasche leer, sondern lernt wie man Gasverbrauch, Tauchzeit und Tiefe vorher vernünftig plant. Das Ziel dieses Kurses ist die echte Ausbildung der Basis -Skills, nicht der Verkauf von Plastikkarten.

GUE kommt aus den USA und das merkt man dem Ausbildungsplan an vielen Stellen auch an. GUE setzt auf Standard-Prozeduren, wichtige Übungen wie “out of gas”-Szenarien oder der “valve drill” werden solange geübt, bis die erforderlichen Schritte völlig automatisiert ablaufen. Diese Vorgehensweise führt in Deutschland oft zu Vorurteilen wie “GUE ist wie Sekte” und “zu dogmatisch”. In USA ist diese Art von Training Standard: die US-Marines trainieren so und auch wesentliche Notfallszenarien in der IT Branche laufen so ab. Die Erfahrung in vielen Bereichen zeigt, dass solche Prozeduren nur dann verlässlich in Stress-Situationen funktionieren, wenn sie weitgehend automatisch, d.h. ohne große Überlegung des Tauchers ablaufen. Darüber hinaus  setzt GUE auf weitere Normen: Nitrox 32 ist z.B. das Standard-Gas. Hierauf bauen weitere (Vereinfachungs-)Regeln auf, die eben genau mit diesem Mix gut funktionieren. Eine solche Normierung über ein Tauchteam vereinfacht die weitere gemeinsame Vorgehensweise z.B. bei der Planung von Null- oder Deko-Zeiten. Wer sich bei GUE anmeldet, muss diese Grundphilosophie, über eine weitgehende Standardisierung komplexe Abläufe zu vereinfachen, akzeptieren.

Wo stehe ich?


Nach über 400 Tauchgängen (davon etwa 100 im Kaltwasser) wollte ich wissen, wo ich mit meinen taucherischen Fähigkeiten wirklich stehe. Mit 53 Jahren und einer guten Portion Erfahrung interessierte es mich, wie es sich anfühlt einen GUE Kurs zu machen.
Ich habe mich daher bei Sven Nelles, einem GUE Instruktor für den ersten Kurs, den GUE Fundamentals angemeldet. Hierzu sind gute Englisch-Kenntnisse hilfreich. Der Kurs ist komplett in deutscher Sprache mit deutschen Unterlagen, einige ergänzende Texte sind nur in englischer Sprache erhältlich.

Anhand der zahlreichen Unterlagen habe ich dann begonnen, mich auf den Kurs vorzubereiten. Nach der Überweisung der GUE-Anmeldegebühr und der Kursgebühr konnte ich dann die Kursunterlagen im Internet herunterladen. Das Abenteuer hatte begonnen…

Das Ziel

Man kann den Kurs mit REC (recreational = Sporttaucher) oder TEC (technical= technischer Taucher) bestehen. Bei REC sind die Anforderungen an die Qualität der Tarierung, des Trimms und auch der Ausrüstung etwas geringer. Wer ins technische Tauchen einsteigen will muss zwingend die TEC Zertifizierung anstreben, da z.B. weiterführende Cave-Kurse (Höhlentauchen) auf der TEC-Zertifizierung aufbauen.

Man kann den Kurs

  • bestehen,
  • mit Auflagen bestehen oder
  • durchfallen.

Im Falle von Auflagen erhält man Gelegenheit an seinen Schwächen zu arbeiten und die Prüfung innerhalb von sechs Monaten gebührenfrei erneut zu versuchen.

GUE FundamentalsZur Vorbereitung musste ich zunächst meine Tauch-Ausrüstung um einige Teile ergänzen. Meine Schlauchkonfiguration habe ich nach den DIR Standards leicht modifiziert und dann mit der kompletten Ausrüstung einige Übungs-Tauchgänge gemacht. Im Schwimmbad habe ich getestet, ob ich gut an die Ventile komme und einige Tarier-Übungen trainiert. Da die Prüfung auch einen Fitnesstest beinhaltet, habe ich auch diese Prüfungsteile mal im Schwimmbad getestet. (die Vorgaben waren für mich aber locker zu schaffen)

Für die allgemeine Fitness laufe ich seit einem halben Jahr dreimal pro Woche mindestens 5 km, das Rauchen habe ich bereits vor 4 Jahren eingestellt. Aus meiner Sicht konnte der Kurs kommen…

Mein Kurs lief über zwei Wochenenden an insgesamt vier Tagen. Der Stundenplan versprach viel Stoff und einen stetigen Wechsel zwischen Theorieeinheiten, praktischen Übungen (drills) und Tauchgängen.

In den nächsten Folgen werde ich berichten, wie es sich als erfahrener Taucher anfühlt, diesen Kurs zu machen.

 

GUE Fundamentale Erfahrungsbericht Teil 2

 

 

Mar 10

Erfahrungsbericht GUE Fundamentals Kurs

GUE TauchausbildungGUE ist weltweit die Top-Adresse für Tauchausbildungen nach dem DIR-Standard. Wir wollten wissen wie es sich anfühlt diesen Kurs zu machen, der den Anspruch hat,  “the most rigorous qualifikation for the level listed” (die härteste Qualifikation für das jeweilige Taucherlevel)  zu sein. Hier unser dreiteiliger Erfahrungsbericht.

Mar 08

Monte Mare – Indoortauchen in Rheinbach

Monte Mare RheinbachZum Trainieren von skills oder zum Ausprobieren von neuem Equipment zieht es Taucher gelegentlich auch mal in den indoor-Bereich. Für Warmwasserfans empfiehlt sich das mit 28° Wassertemperatur wärmste indoor-Becken “Monte Mare” in Rheinbach.

Das indoor Tauchcenter ist an ein Erlebnisbad mit Wellenbad, Schwimmbad, Kinderbereichen und diversen Saunen angeschlossen. Daraus resultiert der recht hohe Eintrittspreis von 25,- bis 49,- Euro. (Monte Mare Homepage)

Wer tauchen möchte, muss seine Sachen ausladen und in die Empfangshalle tragen. Hier ist zunächst der Eintrittspreis zu entrichten (ab dann läuft auch die Zeit bei Stunden-Tickets), danach kann man die Tauch-Sachen in den Tauchshop bringen.

Hier gibt es Umkleiden mit verschliessbaren Spinden und Duschen. Die Taucherausrüstung muss dann über eine Treppe ein Stockwerk hoch getragen werden. Ein vorhandener Aufzug darf dazu nicht genutzt werden (warum eigentlich nicht?).

Am Beckenrand kann man sich dann den Taucheranzug  anziehen und die Flaschen mit Atemregler etc. zusammenbauen. Hier gibt es ggf auch volle 10er Flaschen (Flasche und Blei ist im Preis enthalten).

Das Becken ist etwa 10m tief und rechteckig. Einige Übungsgegenstände (Plattformen und Röhren) bieten etwas Abwechslung. Das taucherrische Erlebnis hält sich daher in Grenzen, zum Auffrischen der skills ist es aber völlig ok. Zum Test von Trockentauchanzügen ist es hier aber definitiv zu warm.

Wir waren an einem Sonntag da und durften trotz fehlender obligatorischer Anmeldung noch tauchen. Das Becken war sehr gut gefüllt, mit über 36 Tauchern war auch unterwasser kein wirklich stilles Eckchen mehr zu ergattern (siehe Foto).

Feb 27

Tauchplatz Bosmolenplaas in Panheel, NL

 

Bosmolenplaas in Panheel

panheelIm benachbarten Holland liegt kurz hinter der Grenze in der Nähe von Roermond das kleine Örtchen Panheel. Direkt am Ort liegt das Bosmoolen Gewässer mit einem ganzjährig betauchbaren Tauchplatz. Die Adresse fürs Navi ist der Bosmoolenweg in Panheel. Der Tauchplatz ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, Ruhetage variieren je nach Jahreszeit.

Direkt am Wasser liegt der Tauchplatz mit einem grossen, asphaltierten Parkplatz, Toiletten, Füllstation und einem Kiosk mit Snacks und kalten und heissen Getränken.  Bevor man den Parkplatz befahren kann, ist an einer Schranke die Tauchgebühr (9,50 €) zu entrichten. Kontrolliert wurden bei uns weder Brevets noch eine ärztl. Tauchtauglichkeit. Auch Solotauchgänge wären problemlos möglich gewesen.krebs

Ins Wasser führen zwei befestigte Zugänge. Das Wasser ist ziemlich klar, solange nicht Taucher mit schlechter Tarierung zu viel Schlick aufwirbeln. Zu sehen gibt es etliche versenkte “Sehenswürdigkeiten”, die mit Hilfe einer Karte mit Kompasskursen gefunden weden können.
Auch Wasserbewohner gibt es, wir hatten das Vergnügen etliche Krebsen und dem grössten, bisher von uns gesehenen Buntbarsch zu begegnen.

Feb 17

Tarierung für Profis

Tarieren kann ich doch…oder?

Eine gute Tarierung ermöglicht es einem Taucher, schwerelos dahin zu gleiten. Dieser Zustand der Schwerelosigkeit macht einen grossen Teil der Faszination beim Tauchen aus. In der Openwater Ausbildung lernt man Tarierung nur in Grundzügen. Üblicherweise lernt man Luft ins Jacket zu lassen, bis der Zustand der Schwerelosigkeit erreicht ist. Doch ist das wirklich schon eine gute Tarierung?

 

Wenn ich mich an meine eigene Sporttauch-Grundausbildung erinnere, haben wir diese Übungen meist kniend auf dem Grund durchgeführt. Das war auch ok, weil es darum ging, die Übung als solches zu lernen. Die Übung im tarierten Zustand zu machen, fordert den Taucher deutlich mehr.

Tarierung

Wenn Du denkst dass Du richtig tarierst, begebe dich unterwasser auf 3m Tiefe in den Schwebezustand und wechsele die Tauchmaske.

Wenn du während dieser Übung nicht mehr als 50 cm hoch oder runtergehst, bist du richtig tariert. Viele Taucher sinken während dieser Übung deutlich ab.

 

Woran liegt das?

In der Grundausbildung lernt man dass ein ungewolltes Aufsteigen mit Risiken verbunden ist. Mit dieser Information im Kopf tauchen viele Taucher permanent leicht negativ tariert. Da macht auch nichts, solange die Taucher nicht abgelenkt werden, da sie diese leicht negative Tarierung durch die Atmung ausgleichen. Mit der Luft in der Lunge ist man dann tatsächlich neutral tariert. Wenn jetzt aber ein Ereignis eintritt dass gedanklich von der Atmung ablenkt wie eine Übung oder ggf sogar eine Stress-Situation, wird der Taucher die Tarierung verlieren und sinkt nach unten. Mit steigender Tiefe beschleunigt sich dieser Effekt, da die Tarierung immer weniger stimmt.

Man erkennt leicht negativ tarierte Taucher oft daran, dass sie sich oft mit einem oder zwei Fingern am Riff oder am Wrack abdrücken. Der Grund ist, dass die Tarierung eben nicht wirklich 100%ig stimmt.

 

Tarieren für Profis

Physikalisch betrachtet muss die Tarierung eingestellt werden (durch Lufteinlassen oder Ablassen im Jacket) wenn der Taucher im halb-eingeatmeten Zustand ist.

Die richtige Menge Luft einzuatmen klappt nicht auf Anhieb sondern muss trainiert werden.

Richtig eingestellt geht der Taucher nun beim Einatmen etwas hoch und beim Ausatmen wieder runter. Diese Tiefenänderung wird nur ca. 50 cm betragen. Wenn nun eine Stress-Situation auftritt geht man leicht rauf und runter, verliert aber nicht mehr vollständig die Tarierung.

Viel Spass beim Üben!

Jan 29

BOOT 2016 – Navigation für Taucher

ariadna1Die Boot 2016 geht nun dem letzten Wochenende entgegen. Wir waren zwei volle Tage vor Ort und haben uns alle Neuerungen intensiv angeschaut.

Rückblickend stellt sich immer die spannende Frage, was es großen Neuigkeiten im Tauchsport gab.

Eine wegweisende Neuheit war aus meiner Sicht das Unterwasser Navigationssystem für Taucher.

Wir alle wissen dass GPS unterwasser nicht funktioniert – so standen wir ziemlich überrascht und mit großen Fragezeichen im Kopf vor dem Stand des ARIADNA Projekts.

ariadna2Das im Prototyp vorgestellte Gerät ist ein Navigationssystem für Taucher. Das Gerät nimmt die letzten GPS Koordinaten überwasser und schreibt die Unterwasser-Bewegung des Tauchers über einen Sensor am Bein des Tauchers fort.

Hierzu dient ein Beschleunigungssensor, der Flossenschläge oder auch die Beschleunigung des Tauchers mit einem Scooter misst, ein integrierter Kompass sowie ein Tiefenmesser. Hieraus berechnet das System in Echtzeit die Bewegung des Tauchers im dreidimensionalen Raum. Nach Angaben der Herstellers ist das Gerät auf etwa 1% genau.

Das Gerät ermöglicht es zukünftig, zum Beispiel die GPS Koordinaten  von einem Wrack das unterwasser entdeckt wurde, im Nachhinein zu ermitteln. Weiter wäre es möglich, eine einmal getauchte Route anhand des Gerätes exakt nachzutauchen.

Wir sind bereits mit dem Hersteller in Kontakt und werden versuchen ein Gerät zum Testen zu bekommen. Der Verkaufspreis soll bei ca. 2500,- EUR liegen.

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