Sep 10

Erfahrungsbericht i.a.c. Tauchlehrerausbildung

Tauchlehrerausbildung

Da ich Tauchen als intensives Hobby betreibe, arbeite ich stets an der Verbesserung meiner taucherischen Fähigkeiten. Nachdem ich in 2016 den GUE Fundamentals und Anfang 2017 den CMAS *** erfolgreich abgeschlossen hatte, war nun die Tauchlehrerausbildung (TL* – scuba diving instructor) mein Ziel.

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit diversen Tauchverbänden (CMAS, IDA, PADI, SSI, GUE) entschied ich mich für eine Ausbildung beim international aquanautic Club i.a.c.

Als i.a.c. Tauchlehrer ist man in der Lage neben den i.a.c. Brevets auch CMAS-Brevets abzunehmen und auszustellen.

Die Ausbildungsstätte stand für mich fest: meine Heimatbasis bei Tauchen und Freizeit (TUF) in Wuppertal. TUF wirbt mit maßgeschneiderter Ausbildung und ist bekannt für eine gründliche und praxistaugliche Ausbildung.

 

Der Startschuss – April 2017

Bereits am ersten Abend im April 2017 machte Ausbildungsleiterin Anke Kuchem (course director) uns klar, dass die TL-Ausbildung sehr umfangreich ist und am Besten in Teamarbeit zu schaffen sei.

Der Kursplan sah in Summe über 20 Theorieeinheiten vor, für die Vermittlung der unterschiedlichen Fachgebiete  (z.B. Tauchmedizin, Physik, Biologie, Tauch-Technik, etc.) waren fünf verschiedenen Trainer vorgesehen.
Ich verabschiedete mich im Geiste für einige Monate von meinen freien Wochenenden…. 🙂

Tauchen findet bekanntlich im Wasser statt, daher hatten wir auch zahlreiche Praxisübungen. Die praktischen Übungen fanden in der Wuppertalsperre, in Panheel, in Widdauen und in Hemmoor statt.

Vom 1.-9. September war dann die finale Qualifikation in Hemmoor vorgesehen.

Die vollständigen Kursinhalte kann man auf der i.a.c. Webseite nachlesen, daher gebe ich hier in Auszügen meine eigenen Eindrücke wieder.

 

Tauchen kann ich doch, oder?

Aufgrund meiner bisherigen Tauchausbildung (über 500 TG im Logbuch) erwartete ich keine großen taucherischen Herausforderungen.

Bei den ersten Einheiten im Wasser wurde mir dann schnell deutlich, dass es ein gewaltiger Unterschied ist, die Übungen irgendwie hinzubekommen oder TL-mäßig souverän und für einen Schüler verständlich zu demonstrieren.

Bei einigen Übungen habe ich laut in meinen Atemregler geflucht, als ich beim Tauchen eines Navigations-Dreiecks-Kurses Schwierigkeiten hatte, den Kurs, die Tarierung, die Zeit und meinen Schüler gleichzeitig im Blick zu behalten. Männer sind eben doch nur eingeschränkt Multi-tasking-fähig.

TauchlehrerausbildungEine andere, bei uns sehr beliebte Übung ist der „Aufstieg ohne Flossen„.

Hierbei geht es darum, aus 25m Tiefe ohne Flosseneinsatz unter Einhaltung des korrekten Aufstiegstempos bis zum Sicherheits-Stop auf 5m aufzusteigen. Die 5m-Tiefe muss ohne Tiefenmesser geschätzt werden.
Der Inflator des Jackets darf bei dieser Übung nur zum Luftablassen benutzt werden.

Der Zweck dieser Übung ist es nachzuweisen, dass man in der Lage ist, sich komplett auf seinen Tauchschüler zu konzentrieren ohne permanent auf Instrumente zu schauen. Der Verzicht auf den Flosseneinsatz beruhigt ein Aufstiegsszenario ungemein.

Auch mit guten taucherischen Fähigkeiten, ist es schwierig, diese Übung auf Anhieb richtig zu machen. Ich habe dies Übung bei mehr als 20 Tauchgängen geübt, bis sie verlässlich gut funktioniert hat.

Ein weiterer Aspekt der praktischen Ausbildung ist das korrekte Briefing. In der Ausbildung wurde jeder Tauchgang mit einem vollständigen Briefing vorbereitet und

einem Nachbriefing abgeschlossen. Verglichen mit meinen bisherigen Briefings, habe ich mich auch hierbei deutlich verbessert. 🙂

Eine andere beliebte Übung war das korrekte Setzen einer Boje. Im Rahmen der praktischen Ausbildung wurde grundsätzlich am Ende eines Tauchgangs eine Boje geschossen.

 

 

 

Tauchtechnik und Physik

Im Rahmen der Tauchlehrerausbildung (beim TUF-Chef persönlich) lernten wir im Technik-Seminar unsere Ausrüstung aus einem neuen Blickwinkel kennen. Wir brachten Atemregler zum Vereisen und warteten sie anschliessend. Dabei lernten wir die Unterschiede zwischen membran- und kolbengesteuerten Atemreglern. Unsere Ausbilder brachten uns bei, kleinere Reparaturen selbst vorzunehmen.

Zwei Tage Tauch-Physik führten uns durch die Gesetze von Henry, Gay Lussac, Dalton, Archimedes und weiteren Gelehrten. Dieser Teil wurde vom TUF-Tekki Frank mit vielen Praxis Anekdoten gewürzt. Wir berechneten um wieviel bar der Flaschendruck im Sommer in einem PKW steigen kann und wie man aus mehreren halbvollen Tauchflaschen eine fast volle Tauchflasche machen kann.

Nach insgesamt zwei Wochenenden rauchte allen Teilnehmern der Kopf. Mein Verständnis für viele technische Details hat sich deutlich verbessert.

 

 

Rettung / HLW / Notfallszenarien

Ein weiteres Kapitel der Tauchlehrerausbildung war das richtige Verhalten in Notfällen. Dabei wurde der gesamt Prozess einer Rettung besprochen und praktisch geübt. Erster Punkt war das sichere Retten eines verunfallten Tauchers und der Transport ans Ufer. Wir lernten diverse Rettungsgriffe und spezielle Techniken kennen, um einen bewusstlosen Taucher auf einen Steg oder in ein Boot zu bekommen.

 

Herz-Lunge-Wiedebelebung (HLW) und der richtige Gebrauch eines Defibrillators wurden unter realen Bedingungen geübt. In Deutschland dauert es im Durchschnitt etwas 15 Minuten bis zum Eintreffen eines Rettungswagens.

Eine dauerhafte HLW für 15 Minuten durchzuhalten, ist eine sportliche und mentale Herausforderung.

Showdown in Hemmoor

Nachttauchgang

Mit bestandener Theorieprüfung fuhren wir Anfang September nach Hemmoor an den Kreidesee. Hier standen jeden Tag mindestens zwei Tauchgänge auf dem Programm, bei denen wir die Skills nachweisen mussten. Unsere vier Teilnehmer wurden von bis zu sechs Instructor-Trainern begleitet und gefilmt. Thomas Kromp nahm sich als Verantwortlicher der Tauchlehrer-Ausbildung beim i.a.c. die Zeit, die TL-Anwärter selbst im Wasser zu begutachten.

In Hemmor zahlte sich unsere lange, intensive Ausbildung aus: die Leistungen war insgesamt auf einem hohen Niveau so dass letztlich alle Kursteilnehmer ihre Urkunden erhielten.

 

Ich danke Anke Kuchem, Gunnar Brücken, Thomas Kromp, und  Frank Sondermann für die unermüdliche Unterstützung und die gute Ausbildung.

TauchlehrerausbildungEin herzliches Danke auch an Linda Weiss und Norbert Palm.

Meinen Kursbuddys Björn, Daniel und Jan danke ich für die Kameradschaft und die gegenseitige Unterstützung ohne die es viel schwieriger gewesen wäre.

 

Sep 01

Der Trocki-Vergleich DUi vs SEASKIN

DUI TLS  und SEASKIN Nova

Leser unseres Blog wissen dass wir die SEASKIN Trockentauchanzüge sehr schätzen. Seit wenigen Tagen bin ich nun auch stolzer Eigentümer eines maßgeschneiderten DUI TLS Trockis. Was liegt also näher als ein Trocki-Vergleich?

Der SEASKIN Trockentauchanzug ist etwa zwei Jahre alt und hat ca. 200 TG hinter sich. Bisher war er immer dicht, wartungsfrei und hat treu seine Dienste getan. (Neupreis ca. 1300,- EURO)

Der DUI TLS Trockentauchanzug ist brandneu und hat bisher  5 Tauchgänge absolviert. (Neupreis ca. 2800,- EURO)

Einsatzbereiche: Ich tauche zeitweise im DIR-Style mit Doppel12, bei der Anfänger-Ausbildung im Sporttauchjacket mit einer Mono15.

Grundsätzlich vergleichbar sind die Anzüge, denn beide Anzüge
– sind für mich auf Maß gemacht,
– haben Verstärkungen im Schritt
– Verstärkungen an den Knien,
– haben einen Metal-Reissverschluss und
– einen Kunststoffreissverschluss als Schutz
– haben zwei Taschen an den Beinen
– ermöglichen schnelles Wechseln der  Manschetten und
– haben Neoprensocken.

Gewichtsvergleich

Als erstes habe ich beide Anzüge gewogen. Der Seaskin bringt 4,45 kg auf die Waage, der DUI bringt es auf 3,85 kg.

Hinweis:  Der Seaskin hat an den Ärmeln Plastikringe für Trockentauchhandschuhe, der DUI hat keine Ringe da ich ihn mit Naßhandschuhen tauche.

der erste Eindruck

Trocki-Vergleich? Nach fünf Tauchgängen verbietet sich eine echte Beurteilung, daher hier mein erster Eindruck nach 5 Tauchgängen:

Der DUI fühlt sich leichter an als der SEASKIN. Der Stoff ist dünner und die Beweglichkeit ist beim DUI gefühlt besser.

Im Wasser ist das Handling sehr ähnlich. Das Ablass-Ventil im Seaskin lässt gefühlt schneller Luft ab, als das Ventil im DUI.

Dieser Unterschied erfordert eine kleine Umgewöhnung. Was mir besser gefällt kann ich noch nicht sagen. Ich werde beide Anzüge weiter tauchen und hier über meine Erfahrungen berichten.

Trockivergleich

Apeks Ventil am DUI

Trocki-Vergleich

Apeks Ventil am Seaskin

 

Aug 29

Tipp – Hilfsleine für Taucher

Tipp: Die Hilfsleine für Taucher

Wer kennt diese Situation nicht: die Taucher gehen ins Wasser und treffen  letzte Vorkehrungen zum Abtauchen. Die Kopfhaube muss noch aufgesetzt, die Maske und Handschuhe und Flossen noch angezogen werden…

Hilfsleine für Taucher

Hilfsleine für Taucher

Doch wohin mit der Maske, den Flossen und ggf noch weiteren Ausrüstungsgegenständen damit die Hände freibleiben?

halt mal eben…


In fast jeder Tauchgruppe gibt es (mindestens) einen der in dieser Situation sagt „halt mal bitte“…

Grundsätzlich ist gegen ein bisschen Hilfe vom Buddy nichts einzuwenden. Ein erwachsener, gesunder Taucher sollte mit seinem normalen Material auch alleine klarkommen.

Ich verwende in dieser Situation eine kurze Hilfsleine mit Boltsnaps an jedem Ende. So kann ich die Flossen, die Maske, die Haube und was sonst noch gerade hinderlich ist, mal eben wegklippen.

In einer Notsituation an der Wasseroberfläche kann man sich mit dieser Leine auch schnell mit seinem Buddy von D-Ring zu D-Ring fest verbinden.

Wer in der DIR Konfiguration taucht, braucht diese Leine nicht. Im DIR-Style bietet es sich z.B. an, Gegenstände einfach mit dem Boltsnap vom Finimeter einzuklippen.

Aug 27

Tauchplatz Angermunder See (Düsseldorf)

Tauchplatz Angermunder See

In der Nähe des Flughafens Düsseldorf im Stadtteil Angermund befindet sich der Angermunder See.

Tauchen, Schwimmen, FKK etc. ist hier geduldet, das sollte man im Hinterkopf behalten. Im Sommer, wenn viele Badegäste hier sind, ist die Parkplatzsituation teilweise schwierig, was auch die Anwohner nervt.

Er ist absolut ratsam nur an erlaubten Stellen zu parken, die Ordnungshüter kassieren hier sonst gerne kräftig ab.

Ins Navi gibt man die Strasse „Zur Lindung 62“ ein, von hier aus dauert der Fussweg zum See etwa 5-6 min. Belohnt wird man mit wenig Tauchern (viele schreckt der Fussmarsch ab) und glasklarem Wasser. Im August 2017 hatte der See fantastische 12-14m Sicht.

Infrastruktur gibt es hier ausser Mülltonnen direkt am See keine.

Am Schluss nochmal der Hinweis; bitte geht mit den Anwohnern pfleglich um, sonst ist hier irgendwann Schluss und das wäre richtig schade!

Aug 20

Tauchplatz Widdauen II, Langenfeld (Rheinland)

Widdauen II (Langenfeld/ Rheinland)

Widdauen IIIm von zahlreichen Tauchspots verwöhnten Rheinland liegt ein weiterer beliebter Tauchsee: Widdauen II. Bei dem See handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube die inzwischen zahlreichen Bewuchs und viele Fische beheimatet.

Bei der Anfahrt zum Tauchplatz geht es über eine unbefestigte, aber gut befahrbare Strasse.

 

Eingang und Toilette

Der See hat mehrere Einstiegsstellen, die mit Nummern beschriftet sind. Die Einstiege sind an unterschiedliche Tauchclubs verpachtet, Zutritt muss über ein Mitglied per Gastkarte erfolgen.

 

Rödeltisch

An Infrastruktur gibt es in Widdauen II ein Toilettenhäuschen, einen befestigten Zugang zum Wasser und einige wenige Anrödeltische. Darüber hinaus gibt es eine durch eine Boje markierte Plattform – Übungen aller Art steht somit nichts im Wege.

Auch die Unterwasserwelt bietet einiges: neben ganz passablen Sichtweiten (trotz unbeständigem Wetter) hat der See einen schönen grünen Bewuchs und viel Fisch. Wir fanden zahlreiche größerer Schwärme von Barschen und Hechte in allen Größen.

 

Mrz 27

Woran erkennt man eine gute Tauchbasis?

Jedes Jahr, wenn im Frühling die Tage länger werden,  fassen einige Menschen den Entschluss, Taucher zu werden. Spätestens im Sommerurlaub fällt der Wunsch wieder ein und man sucht, nicht selten bereits vor Ort im Urlaub, eine gute Tauchbasis.

Ausbildung oder gebührenpflichtiges Versenken?


Tauchen ist ein Sport bei dem sich der Taucher in ein Umfeld begibt, in dem er nur durch den Einsatz von Technik überleben kann. Die Qualität der Ausbildung ist daher  von entscheidender Bedeutung.

Die nachfolgenden Punkte zeigen, wie auch ohne große Vorkenntnisse  die Qualität einer Tauchbasis bei einem kurzen Besuch und einem Gespräch beurteilt werden kann.

  1. Ordnung und Sauberkeit
    Ein Blick in die Räumlichkeiten der Basis zeigt schnell ob man es mit Profis zu tun hat. Im Kompressorraum ist Sauberkeit und Ordnung Pflicht (z.B. volle Flaschen stehen immer an einer bestimmten Stelle). Ein guter Indikator für Sorgfalt ist auch der Füllstand der Tauchflaschen. Wenn 200bar angekündigt sind, sollten auch 200bar bei der Messung angezeigt werden. Das gleiche gilt für den Sauerstoffanteil von Nitrox-Füllungen.
  2. Leih-Ausrüstungen
    Ein Blick auf das Leih-Equipment gibt ebenfalls Informationen darüber, wie ernsthaft eine Basis betrieben wird. Gute Basen haben oft Ausrüsterverträge, hier hängen meist zahlreiche gleiche Taucheranzüge eines Herstellers in diversen Größen. Das gleiche gilt auch für Tauchjackets. Ein bisschen Artenvielfalt schadet natürlich nicht, aber wenn überwiegend ältere Einzelstücke ein Flohmarkt-Ambiente verbreiten, steht an der Basis eindeutig der schnelle Euro im Vordergrund.
  3. Hygiene
    Atemregler werden direkt in den Mund genommen. Gute Basen erneuern für jeden Gast ohne Nachfrage die Mundstücke (Kosten 3,- Euro)  und ordnen einen Atemregler für die Dauer des Urlaubs fest einem Kunden zu.Füsslinge sind ebenfalls ein guter Hinweis auf die Hygiene an der Basis. Einige Basen reichen sie noch feucht und „lebend“ an den nächsten Kunden weiter, gute Basen desinfizieren die Füsslinge vor einer Weitergabe.

    Ein weiteres Thema sind auch die Spülbecken für die Ausrüstung: gute Basen haben mindestens getrennte Spülbecken für Atemregler und Füsslinge und Neoprenzeug.

  4. Tauchausbildung
    Die Inhalte von Tauchausbildungen sind verbandsspezifisch und nach ISO-Normen geregelt. Ich empfehle sich nach Möglichkeit vor Urlaubsantritt mit der Materie etwas vertraut zu machen. Tauchausbildungen für Anfänger sollten min 6-8h Theorieausbildung beinhalten. Nehmt Euch die Zeit und hört einfach mal 10 min bei einer laufenden Ausbildung zu.
    Auch unterwasser gibt es gute und schlechte Ausbildungen. Gute Lehrer vermitteln z.B. verschiedene Flossenschläge und helfen dem Schüler während der Tauchgänge die Wasserlage und die Bleimenge zu optimieren. Fragt einfach mal Schüler an der Basis nach diesen Punkten.
  5. Qualität der Tauchlehrer (TL)
    Die Qualität der Tauchlehrer ist einer der wesentlichsten Punkte. Ein guter TL sollte auch selbst ein Taucher sein und selber regelmäßig Tauchen gehen. Er sollte fürs Tauchen brennen, auf Höhe der Zeit sein und auch zu aktuellen Tauch-Trends (Atemgase, technisches Tauchen, Sidemount etc.) grundlegende Kenntnisse haben. Einstellmöglichkeiten von Tauchcomputern und die wesentlichen Parameter (wie z.B. ppo, MOD) sollte ein Tauchlehrer mühelos erklären können.
  6. Atemgase
    Moderne Basen bieten heute unterschiedliche Atemgase an. Während für einen Tauchgang pro Tag normale Pressluft völlig ausreicht, erhöht bei Mehrfachtauchgängen und sogenannten „Doppeldives“ Nitrox die Tauchsicherheit beträchtlich. Ein heikles Thema sind auch die Oberflächenpausen zwischen zwei Tauchgängen. Entweder taucht man direkt nach dem Flaschenwechsel wieder ab (10 min) oder nach einer min. 90 minütigen Oberflächenpause. Die weit verbreitete Praxis nach 30-40 min wieder abzutauchen ist, medizinisch gesehen, abzulehnen.
  7. Sicherheit
    Bei Ausfahrten mit dem Boot empfiehlt es sich nach einigen kleinen aber wichtigen Details zu fragen. Gute Tauchboote haben Trinkwasser an Bord. Wenn der Motor auf dem Wasser streikt, sitzen die Taucher schnell mal eine Stunde in der Sonne…  Weitere Verpflegung gibts auch an einigen Basen aber das ist dann schon Luxus.
    Wichtig ist auch eine Sauerstoffversorgung an Bord. Bei fast allen Tauchunfällen ist die Gabe von reinem Sauerstoff geboten. Die Frage nach einer eventuellen Rettungskette sollte auch ohne Stottern beantwortet werden können, ebenso wie die Frage nach weiteren Rettungsmitteln wie Funk und Leuchtmitteln für den Notfall (Raketen).
  8. Buddyteams
    Gute Tauchbasen machen an Land klare Ansagen, wann an welchem Tauchplatz getaucht wird. Das ist wichtig, da nur so bereits vor dem Tauchgang beurteilt werden kann, ob der Tauchplatz für die eigenen Fähigkeiten geeignet ist.
    Taucher haben z.B. in Abhängigkeit Ihrer Ausbildung Tiefenlimits, oder man benötigt einen Buddy in einem bestimmten Brevetierungsgrad (gesetzliche Vorschrift z.B. in Spanien).
    Ein weiterer wichtiger Punkt ist, ob Buddy-Teams bereits an Land zusammengestellt oder erst auf dem Boot „zugelost“ werden. Dieser Punkt zeigt, wie wichtig der Basis die Einhaltung von Tiefengrenzen und die Brevetierung von Tauchteams ist.
  9. Wetter, Absage von Ausfahrten
    Tauchen im Meer wird stark durch das Wetter beeinflusst. Ausfahrten bei Gewitter sind lebensgefährlich, daher sollten Ausfahrten an Tagen mit Gewitterneigung von der Basis abgesagt werden. Wind und Welle können auch das Tauchen an bestimmten Tauchplätze erschweren. Verantwortungsvolle Basisbetreiber verzichten dann auf die Ausfahrt oder bieten eine mögliche Alternative an. Fragt einfach mal nach, wie solche Fälle gehandhabt werden.

Natürlich gibt es viele weitere Details, die auch wichtig sind. Die hier genannten Punkte  sind aber besonders einfach zu sehen bzw. in einem kurzen Gespräch bei einem Basisrundgang zu checken.

 

 

Nov 17

wo ist Scootern erlaubt?

Die Scooter-Gewässerliste

Scooter

Scooter fahren ist ist leider nicht in allen Gewässern erlaubt. Gleichzeitig wird das Tauchen mit Scooter immer beliebter. Wir haben daher die Frage gestellt, in welchen Gewässern scootern erlaubt ist.
Die nachfolgende Liste gibt die Antworten von Tauchkollegen aus dem Internet wieder, eine Gewährleistung für die Richtigkeit bzw. die Gültigkeit können wir leider nicht übernehmen. Bitte schreibt Änderungen, Ergänzungen und weitere Gewässer einfach in den Kommentar, wir werden die Liste regelmäßig aktualisieren.

 

 

 

Deutschland und Nachbarländer

Gewässer (alphabetisch) Scootern erlaubt Datum des Eintrags
Adolfosee ja 11/2016
Ammelshainer See Ja 11/2016
Bergwerk Nuttlar nein 11/2016
Blausteinsee ja 11/2016
Bosmolenplaas, Panheel (NL) ja 11/2016
Brechtsee nein 11/2016
Deutsche Nordsee ja 11/2016
Deutsche Ostsee ja 11/2016
Elbsee nein 11/2016
Eyller See in Kerken ja 11/2016
Felsendome Rabenstein (Helm) ja 11/2016
Großer Bösinghovener See ja 11/2016
Heidesee Holdorf ja 11/2016
Hemmoor ja 11/2016
Hitdorfer See nein 11/2016
Horka nein 11/2016
Kalkbergwerk Miltitz nein 11/2016
Kulkwitzer See nein 11/2016
Möhnesee nein 11/2016
Nordhausen ja 11/2016
Polnische Binnenseen (PL) ja 11/2016
Polnische Ostsee (PL) ja 11/2016
See im Berg, Messinghausen ja 11/2016
Sorpesee nein 11/2016
Sparmann ja 11/2016
Starnberger See nein 11/2016
Steinbruch Miltitz ja 11/2016
Tauchbasis Geiseltalsee ja 11/2016
Tenderingsee ja 11/2016
Walchensee nein 11/2016
Wildschütz Ja 11/2016

Nov 13

Kurztest Divertug Scooter Mariner 528

DiverTug ScooterNachdem meine Grund-Taucherausrüstung langsam  meinen Vorstellungen entspricht, denke ich zunehmend über einen Scooter nach. Die Einkaufsliste sollte ja nicht leer werden 🙂

Vor ein paar Tagen las ich im Internet, daß Clemens Venmanns von den Niederrheintauchern  einen neuen Divertug Scooter hat. Ich habe Clemens daher gefragt ob er für unsere Seite einen Testbericht schreiben möchte. Clemens hat mich daraufhin spontan eingeladen den Scooter einfach mal selber zu tauchen…

Da ich bisher noch nie selber gescootert bin, fehlt mir bisher jeder echte Vergleich. Ich gebe daher lediglich meine Eindrücke wieder.

An einem trockenen, kalten Novembertag haben wir uns in Panheel zum Test getroffen. Clemens hatte für mich einen neuen DiverTug Scooter dabei. Nach kurzer Einweisung (Gasgeben, 1. Gang, 2. Gang, Verriegelung, Stop ) und dem korrekten Einstellen des Tampens gingen wir auch schon ins Wasser. Zu viert machten wir ein große Runde in Panheel die uns an vielen der dort versenkten Sehenswürdigkeiten vorbeiführte. Da ich nur hinterher fahren musste, konnte ich mich ganz auf das Scootern konzentrieren. Das Lenken ging nach wenigen Minuten fast von alleine, so daß ich den Tauchgang geniessen konnte. Gespannt beobachtete ich die Batterieanzeige, doch auch nach 70 Minuten in 7°C war der Status immer noch „grün“. Voraussetzung für das Vergnügen ist es jedoch, daß die Grundfähigkeiten des Tauchens (wie z.B. Tarieren) automatisch funktionieren.

Der Verkaufspreis liegt derzeit knapp unter 2000,- Euro.
Bezug über Clemens Venmanns oder den Fachhandel.

 

 

 

Nov 01

Erfahrungsbericht KWARK Unterzieher „Navy“

Seit geraumer Zeit hört man viel Gutes vom Unterzieher des polnischen Herstellers „KWARK„. Einige Taucher berichten von „sensationeller Isolierung“ andere Taucher frieren auch in diesem Anzug. Grund genug, einen Selbstversuch mit dem KWARK Unterzieher zu wagen.

Ausgangslage


Ich tauche einen Seaskin Trilaminat Trocki  mit einer Konfiguration im DIR-Style. Bisher hatte ich einen zweiteiligen DUI Unterzieher der mich für mich von der Isolierung ok war, der meine Beweglichkeit z.B. beim valvedrill aber schon deutlich eingeschränkt hat. In jedem Jahr beim Wechsel von Sommer- auf Winter-Unterzieher wurde mir dies deutlich bewusst.

KWARK UnterzieherAls sich in diesem Jahr der Sommer zu Ende neigte, habe ich erfahren dass man bei Frank von underwatertools.de KWARK Unterzieher jederzeit testen kann. Nach kurzem Email-Kontakt hielt ich nach wenigen Tagen einen KWARK „Navy“ in der Hand. Am darauf folgenden Wochenende fuhren wir nach Panheel um den Anzug unter echten Einsatzbedingungen zu testen.

Bei ersten Anziehen wird deutlich, dass die KWARK Anzüge sehr figurbetont geschnitten sind. Die Herstellerwebseite verrät dass dies zum einen die Isolierung verbessert und gleichzeitig den Mehrauftrieb (der ja mit Blei ausgeglichen werden muss) optimiert. So viel zur Theorie.

 

 

 

 

der erste Test

In Panheel steuerten Martin und ich zielsicher einen tieferen Bereich an um möglichst kaltes Wasser zu haben. Der Test ging bis 8°c, tiefer war die Wassertemperatur Ende Oktober dort nicht. Während des ca. 80 minütigen Tauchgangs achtete ich auf Kälteempfinden und Beweglichkeit, indem ich etliche Valve-Drills absolvierte.

kwark2Meine Kleidung bestand während des Tauchgangs aus dem Trocki, dem KWARK Unterzieher und Skiunterwäsche aus atmungsaktiver Multifunktionsfaser.

Testergebnis

Das wichtigste zuerst: ich habe die Isolierung als gut empfunden und zu keiner Zeit gefrohren. Mein Wärmeempfinden war ähnlich wie bei meinem bisher getauchten zweiteiligen DUI Unterzieher. Die Beweglichkeit ist für mich deutlich besser da der KWARK gefühlt dünner und elastischer ist.

Am Ende des Testtages stand für mich fest: ich kaufe mir einen Kwark!

 

gekauft!

Nach einigen Tagen hielt ich dann meinen eigenen KWARK Unterzieher in der Hand. Mein erster Tauchgang führte uns nach Messinghausen. Auch hier betrug die Wassertemperatur noch 8°C. Einige Tests mit dem Blei ergaben nur einen Mehrauftrieb von ca. 1,5 kg Blei (im Sommer tauche ich eine D12 ohne Blei). Auch hier war mein Wärmeempfinden und die Beweglichkeit wieder gut. Am Ende des Winters werde ich hier berichten wie sich der KWARK bei noch kühleren Temperaturen anfühlt.

 

Details zum Kwark Navy

  • einteiliger Unterzieher aus einem Fleece-ähnlichen Stoff
  • Kunststoffreissverschluss (von oben und unten zu öffnen)
  • drei Taschen (obere Tasche liegt direkt unter meinem quer-verlaufenden Trocki-Reissverschluss – optimal für Autoschlüssel)
  • sehr sauber verarbeitete Nähte
  • Auftrieb ca. 1-1,5 kg

 

Kwark Navy

sauber verarbeitete Nähte

Unterzieher Navy

drei Taschen und der Reissverschluss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachtrag 12.11.2016
ich habe den Unterzieher inzwischen bei 7°C Wassertemperatur in Panheel beim Scootern (mit wenig Bewegung)  getestet. Auch nach 70 min war mir im KWARK mit Skiunterwäsche noch angenehm warm.

 

Okt 19

Erfahrungsbericht Yellow Diving Akku-Tanklampe LED 20 / 40Watt

Erfahrungsbericht Tanklampe Yellow Diving LED20 / 40Watt

Taucher die nach dem DIR-Standard tauchen, verwenden meist eine Tanklampe. Auch in Zeiten steigender Akkukapazitäten bringen Tanklampen einige Vorteile mit sich. Zum einen ermöglicht eine Tanklampe das Verstauen des langen Schlauchs (210 cm – longhose) hinter der Tanklampe, zum anderen ermöglicht eine große Akkukapazität längere Tauchgänge mit Licht oder auch den Betrieb weiterer Komponenten wie z.B. von Heizwesten.

Der Markt bietet etliche Hersteller mit einer großen Preisspanne. Mir ging es darum, eine Tauchlampe mit

  • einer mehrstündigen Brenndauer
  • einem auch in Trocki-Handschuhen gut fühlbaren Ein/Aus-Schalter
  • einer wählbaren Länge des Lampenkabels
  • einem unterwasser bedienbaren E/O Cord und einem
  • gut fokussierten Lampenkopf zu
  • einem guten Preis

zu bekommen. Die Preisspannen der Hersteller weichen im Bereich 500-2500 Euro erheblich voneinander ab.

yello1Beim Lampenkopf war es für mich entscheidend, eine gute fokussierte Lampe zu bekommen die eine Lampenkommunikation ermöglicht (mit hellem Spot), gleichzeitig aber auch soviel von der Umgebung beleuchtet (Flood) das man sieht wohin man taucht und Wetnotes oder Instrument gut ablesen kann.

Nach zahlreichen Recherchen und Befragung von etlichen Tauchkollegen, habe ich mich für den polnischen Hersteller Yellow Diving entschieden. Die angebotene Lampe deckte laut Beschreibung alle o.g. Anforderungen ab und hat mit 812,- Euro einen für mich akzeptablen Preis. Bei der Bestellung habe ich die Länge des E/O Cords mit angegeben.yello2

Im Lieferumfang war der Akkutank, der Lampenkopf mit dem E/O Kabel, ein Goodman Handle, ein Ladegerät und eine Bedienungsanleitung sowie eine Wollmütze mit Yellow Diving Logo.

Eine Tasche oder ein Koffer war nicht dabei.  Da ich einen Tauchkoffer einsetze, war das für mich nicht entscheidend.

Beim Tauchen in deutschen Gewässern schlägt sich die Lampe gut. Das Licht ist hell (nicht dimmbar) und hat einen klaren Fokus, der eine gute Lampenkommunikation ermöglicht.

yello5Für meine Anwendung ist die Helligkeit, der Fokus und die Licht-Korona bei der Lampe absolut alltagstauglich.

Nach dem Tauchen muss die Lampe über einen Schnapp-Mechanismus geöffnet und geladen werden. Der Ladezustand des Akkus wird am Lampenkopf seitlich über eine LED farbig angezeigt. Die Lampe hat an Bedienungselementen lediglich einen Schalter (an/aus) den es in einer Piezo und einer Kipphebel-Variante gibt.Ich habe mich für die Kipphebel-Variante entschieden, weil ich den Schalter auch in dicken Handschuhen gut ertasten kann.

Ich habe bis heute über 30 Tauchgänge ohne jegliche Beanstandung mit der Lampe gemacht.

Der Unterschied zu den wesentlich teureren Lampenköpfen liegt in der Fokussierung des Lampenkopfes und dem Stromverbrauch. Bei einigen Lampen ist auch die Fokussierung einstellbar (z.B. Halcyon) oder die Lichtstärke.  Ob man diese Dinge braucht, hängt stark vom Einsatzgebiet ab.

yello_ladenDas Laden des Akkus geschieht mit dem mitgelieferten Netzteil. Hierzu wird der Kopf der Akku-Einheit entfernt und die zwei farblich gekennzeichneten Stecker mit den ebenso farblich markierten Anschlüssen verbunden.

Die Ladezeit beträgt nach einen
90min Tauchgang gut zwei Stunden.

 

 

 

 

 

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