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Nov 05

Fotografieren unterwasser

Fotografieren unter Wasser

SepiaFast jeder Taucher hegt irgendwann den Wunsch, das Gesehene in einem Foto oder Film festzuhalten, sei es, um sich später selbst noch einmal an die Tauchgänge zu erinnern, oder auch anderen zeigen zu können, wie vielfältig die Unterwasserwelt ist. Unterwasserfotos gibt es viele, aber nur die eigenen zeugen davon, dass man die Objekte auch tatsächlich bei Tauchgängen zu Gesicht bekommt. Ich höre nur allzu oft die Frage „Das sieht man alles, wenn man im Mittelmeer taucht?“, wenn ich meine schönsten UW-Bilder zeige, die ich überwiegend um Ibiza gemacht habe.

 

 

Voraussetzungen
Neben den technischen Voraussetzungen, zu denen ich später komme, ist die wichtigste, dass man gut tauchen kann. Eine sehr gute Tarierfähigkeit ist erforderlich, damit zum Einen die Fotos überhaupt gut werden können und, was noch viel wichtiger ist, zum Anderen die Unterwasserwelt nicht unter dem Wunsch/Zwang ein gutes Foto zu machen, leiden muss.

Oberstes Gebot ist: Es wird Nichts angefasst!

CIMG1504      FadenschneckeSofern man nicht in der Lage ist, austariert die Höhe und Position zu halten, ohne sich irgendwo abzustützen, sich auf den Grund zu legen, oder Sediment aufzuwirbeln, sollte man den Wunsch zu fotografieren erst einmal zurückstellen und sich seiner taucherischen Ausbildung widmen. Sobald das Tarieren dann perfekt funktioniert und besser noch, wenn man in der Lage ist, ohne Zuhilfenahme der Hände rückwärts zu schwimmen und alleine mit Flossenbewegung auf der Stelle zu drehen (Helikopter-Turn), kann man den Gedanken ans Fotografieren unter Wasser wieder aufgreifen.

 

Ausrüstung
Sobald diese Grundfertigkeiten beherrscht werden, beginnt dann die Suche nach einer geeigneten Ausrüstung. Wer sich aber erst einmal ohne größere Ausgaben dem Thema nähern möchte, hat auch oftmals die Möglichkeit, sich eine Kamera bei einer Tauchbasis auszuleihen. Für alle Anderen gilt: Der eigene Anspruch an die Qualität der Bilder und das verfügbare Budget bestimmen, welches Equipment gekauft werden kann. Es ist unsinnig, sich eine Spiegelreflexkamera samt UW-Gehäuse für mehrere Tausend Euro zuzulegen, wenn man lediglich eine Erinnerung an seine Tauchgänge haben möchte ohne Wert auf eine gute künstlerische Gestaltung zu legen. Ebenso macht es keinen großen Sinn, mit einer einfachen Kompaktkamera an Foto-Wettbewerben teilnehmen zu wollen.

Ich werde hier keine Tipps geben, welche Kamera die beste ist und ob man sich noch einen externen Blitz dazu kaufen sollte. Der Kameramarkt so schnelllebig, dass diese Empfehlung ständig angepasst werden müsste. Außerdem gibt es schon etliche Seiten mit Informationen und Tests im Internet, sowie Zeitschriften, die das viel besser können. Zudem gibt es nicht „die richtige Ausrüstung“, da die Ansprüche bei jedem Taucher unterschiedlich sind.

EinsiedlerIch jedenfalls fotografiere mit einer Casio Exilim EX-Z1080, einer Kompaktkamera mit UW-Gehäuse vom Hersteller, die bei Neuanschaffung inkl. Gehäuse gerade einmal 265 € gekostet hat. Alle Bilder auf dieser Seite und auch viele andere Bilder unserer lostplace diver Seite habe ich mit dieser Kamera gemacht.

LangusteWie man sehen kann, ist es auch mit einer günstigen Kamera möglich, gute Bilder zu erstellen, gute taucherische Fähigkeiten, ein gutes Auge für das Motiv und ein wenig Nacharbeit, wie Ausschnittvergrößerungen vorausgesetzt.

Aller Anfang ist schwer, da das Fotografieren unter Wasser noch schwieriger ist, als über Wasser.

Hier gilt: nicht verzagen und üben, üben, üben. Mit jedem misslungenen Bild lernt man dazu und – da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen – mit der Zeit lernt man die Situationen besser einzuschätzen, bekommt eine Idee von der Bildgestaltung und erhält so nach und nach bessere Bilder.

Sind die Anfänge erst einmal gemacht und eine eigene Kamera vorhanden, kann man die Fähigkeiten bei einem UW-Fotokurs der Tauchverbände ausbauen.

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Noch ein Tipp zum Schluss
Die wenigsten Menschen schauen sich gerne stundenlang Bilder an, die von anderen gemacht wurden und zu denen sie keinen persönlichen Bezug haben. Also beschränkt Euch, auch wenn es schwer fällt. Ich habe mir zu diesem Zweck ein Album zugelegt, welches 100 Bilder fasst – was meiner Meinung nach die Obergrenze des Zumutbaren ist. Immer, wenn ich der Meinung bin, dass es ein neues Foto wert ist, in dieses Album aufgenommen zu werden, muss halt ein anderes den Platz freimachen. So werden Eure Mitmenschen nicht gelangweilt und Euer Album gewinnt immer mehr an Qualität.

In diesem Sinne wünsche ich Euch – Allzeit gute Bilder.

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