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Mrz 15

Wie wird es warm im Trocki?

Wie ich bereits berichtet habe, bin ich seit der BOOT 2014 stolzer Besitzer eines Trockentauchanzugs der Marke Marke „Whites“ des Hersteller Aqualung. Bereits auf der Boot habe ich passend zum Trocki noch zwei Unterzieher erstanden. Beim Testen des Trockis und der Unterzieher floss bereits reichlich Schweiss. Auf der Messe konnte ich mir kaum vorstellen, dass man wirklich so dick eingepackt Tauchen kann. Eine Woche später wurde dann der Trocki zunächst indoor im Tauchcenter Nullzeit in Duisburg bei etwa 12°C Wassertemperatur getestet. Zum Test hatte ich beide Unterzieher dabei. Zur Auswahl stand

  • ein Fleece-Unterzieher (Overall) der Marke „Scubapro“ Modell „climatec“
  • und ein dicker wattierter Unterzieher Overall des Herstellers „Subgear“

Zum Test hatte ich eine lange Skiunterhose und ein atmungsaktives T-Shirt an, was ich dann jeweils mit den Unterziehern kombinierte. Den ersten Tauchgang absolvierte ich mit dem Fleece-Unterzieher, der laut dem Verkäufer für „Sommermonate in Deutschland“ geeignet sei. An Land fühlte sich der Fleete warm genug für „kaltes“ Wasser an. Da es mein allererster Tauchgang im Trocki war strömten natürlich viele neue Eindrücke auf mich ein. Nach 20 Minuten registrierte ich die Wassertemperatur und fand es langsam etwas frisch. Nach 30 Minuten tauchte ich dann einigermassen kalt wieder auf. Dieser Unterzieher war für 12° Wassertemperatur nicht wirklich geeignet.

Nach ausgiebigem Aufwärmen am Ofen des Tauchcenters startete ich den zweiten Versuch im wattierten und noch wärmeren 300er Unterzieher von Subgear. Zurück im Wasser merkte ich deutlich die besserer Isolierung dieses Unterziehers. Diesmal dauerte es 40 Minuten bis die Kälte unangenehm wurde.

Beide Tauchgänge absolvierte ich im Trocki, mit Kopfhaube und normalen Neopren-halbtrocken Handschuhen. Immer waren am Ende des Tauchgangs auch die Hände ziemlich kalt.

Nach Rücksprache mit dem Tauchhändler meines Vertrauens orderte ich nun

  • einen 350er Unterzieher der Marke DUI. Dieser Unterzieher besteht wie ein Jogginganzug aus einer Hose und einem Pulli.

Mit dieser Ausrüstung ging es dann in die 4° C kalte Sorpetalsperre. Wieder tauchte ich unverändert mit den 7mm Neopren-halbtrocken Handschuhen. Diesmal ging es trotz des extrem kalten Wasser 30 Minuten gut, bis die Kälte unangenehm wurde. Als nächstes werde ich nun die bereits gekauften Trockenhandschuhe testen. Von „wohliger Wärme“ bin ich trotz des Trockis noch ein gutes Stück entfernt. Vielleicht bringen ja die Handschuhe auch einen entschiedenen Unterschied, ich werde es testen und anschliessen berichten. Bis dahin freue ich mich über Eure Kommentare, Tipps und Anregungen.

Was ich mir heute nicht vorstellen mag ist das Gefühl, bei warmen Lufttemperaturen in einen Unterzieher zu steigen um anschliessend im kalten Wasser zu überleben….

7 Kommentare

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  1. Uwe

    Ja auf alle Fälle, das merkst du schon beim einströhmen

  2. Uwe

    Hallo,

    ich nehme als Tariergas für den Trocki Argon. Das hat eine besseren Isolierwert. Ich hab eine 1 L 200 Bar Flasche und mach mit einer Füllung min. 5 TG.

    Gruß Uwe

    1. huey

      Hallo Uwe,
      merkt man den Unterschied zu normaler Pressluft wirklich so deutlich dass es den zusätzlichen Aufwand lohnt?

      1. MaxX - ActDiver

        Gegenüber Trimix mit hohem Helium-Anteit spürt man wahrscheinlich einen Unterschied.

        Im Vergleich zur Luft ist der Unterschied eher gering. Das, was man beim Einströmen spürt, ist die sofortige verbesserte Isolation durch das zusätzliche Gas – egal ob Luft oder Argon. Der Effekt beruht wohl eher auf eine Art Plazebo 😉

        Ich persönlich halte den Mehraufwand für überflüssig – zumindest beim Tauchen mit Pressluft.

  3. Nikolaus

    Trockentauchhandschuhe helfen, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Und eine gut sitzende ausreichend dicke Haube ist auch wichtig!

  4. MaxX - ActDiver

    Hi,

    es gibt verschiedene Prozesse, die in einem Trocki zusammenwirken.

    Das Erste ist die Wärmeleitung durch das Material. Ein Trilaminat-Trocki isoliert gar nicht, ein Neo-Trocki ein wenig. Letztlich ist aber die Innenseite des Trockies immer so kalt wie das Wasser, bei Neo-Trocki ein paar Minuten später 😉

    Also kann nur noch die Wärmeleitung des Unterziehers etwas bringen. Diese sind meist sehr flauschig und aufgeplustert, die Luft in den Unterziehern isoliert. Meist zirkuliert die Luft aber auch noch innerhalb der Luftkammern, wo durch auch Wärme vom Körper nach außen transportiert wird.

    Gegen die Luftzirkulation helfen mehrere Schichten in der Kleidung. Entweder mehrere Kleidungsstücke oder einen Unterzieher, der aus verschiedenen Lagen aufgebaut ist.

    Unter Wasser kommt im Unterschied zur Isolierung am Land ein weiteres Problem dazu: Der Druck.
    Die Luft im Anzug (also, im Unterzieher) wird zusammen gedrückt und isoliert schlechter. Dass muss man ausgleichen.
    Durch den Druckunterschied zwischen oben und unten wird aber zusätzlich die Luft am Bauch weg und in den Rückenbereich gedrückt. Dagegen hilft auch nur wieder: Viele Schichten, die selbst nur schwer zu komprimieren sind. Ich liebe da inzwischen meinen Halo-3D. Bei Bedarf noch einen Fleece-Pullover / -Hose drunter, und man bleibt schön warm.

    Ggf. hilft auch eine helle, reflektierende Innenseite des Trockis, aber der Einfluss dürfte ähnlich gering sein wie die Verwendung von Argon anstelle von Luft.

    Ansonsten gibt es noch Heizsysteme von der Weste bis zum Overall.

  5. Marcel

    Hallo,
    also wenn es kalt wird hilft das Zwiebelprinzip sehr gut. ich Tauche mit Trilaminat (keine Eigenisolation) einen Santi BZ400 und darunter von Fourth Elements die Xerotherm. Haube 7mm Waterproof, Handschuhe 5mm Everflex mit Stulpen. Als Socken habe ich von DUI die XM450. In dieser Kombi sind 60min und mehr sehr gut machbar.
    Was du vor allem beachten solltest ist wie oft du die Luft raus und reinlässt. Beim Anziehen und zum Wasser laufen wird dir schön warm im Anzug, diese Luft bleibt dann auch erstmal im Anzug. Hast du jetzt viele Tiefenwechsel oder tauchst zwischendurch mal auf geht die erwärmte Luft baden und du musst neue kalte Luft reinlassen.

    Was du auch beachten solltest ist welche Art unterzieher du hast. der Santi zb wärmt auch schon bei wenig Luft sehr gut. Ein Weezle zB isoliert mit mehr Luft besser als mit weniger. Hat eben lockere Fasern drinnen und der Santi komprimierte.
    Ein weiterer Trend liegt zb beim Halo 3D mit den Luftkammern welche nicht komprimiert werden.

    Übrigens: Ist dein Torso warm, so sind auch deine Hände und Füße wärmer 😉 Also ggf noch eine Weste oder so dazu tragen die schön wärmt 😉

    Hoffe das hilft etwas weiter!!
    Grüße marcel

  1. Materialtest SI-Tech Drygloves an Whites Trocki »

    […] Nachdem ich bei meinen letzten Tauchgängen im neuen Trocki der Fa. Whites (Aqualung Gruppe) doch ziemlich gefroren hatte, war es gestern temperaturmäßig sehr angenehm. Neben den bereits erwähnten 300er DUI Unterziehern (Fleece ähnlich) hatte ich noch eine ODLO-Skiunterhose an. Das war für die Wassertemperatur gestern perfekt. (unseren Testbericht zum Trocki gibts hier) […]

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