Apr 19

OSTC2 – ein Tauchcomputer für alle Gelegenheiten

Gibt es einen Tauchcomputer für alle Gelegenheiten?

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Startbildschirm – von mir personalisiert

Ich gebe zu dass ich ein technikbegeisterter Mensch bin.

 

Mir macht es Spass, meine Tauchgänge am Computer zu analysieren und zu sehen, wie mein Luftverbrauch durch äußere Gegebenheiten wie Tiefe, Bleimenge, Stress, Strömung etc. beeinflusst wird. In der Vergangenheit hatte ich diverse Computer mit denen ich auch immer zufrieden war.

 

Dann kam das Projekt „lostplacediver“ und mit meinem Buddy die Tauchgänge in dunklen Gewässern, und mit unterschiedlichen Nitroxgemischen. Vor allem beim Tauchen in heimischen deutschen Gewässern ist es lästig, wenn man den Tauchcomputer erst anleuchten oder anschalten muss, um die Informationen ablesen zu können. Ich habe daher nach einem Tauchcomputer gesucht,

  • der im dunklen ablesbar ist (also permanent beleuchtet)
  • der verschiedenste Gasgemische kann (man weiss ja nicht wie weit die Ausbildung noch geht)
  • dessen Fähigkeiten quasi mit den eigenen Fähigkeiten „mitwachsen“.

Nach monatelangen Internetrecherchen, Forumsdiskussionen und „Handkontakten“ in diversen Tauchläden habe ich mir dann den OSTC2 von Heinrichs Weikamp zugelegt. OSTC steht für „open source Tauchcomputer“ und ist laut Herstellerangaben vollständig konfigurierbar und somit anpassbar an eigene Wünsche und Vorlieben. Der Support ist laut Internet legendär (was ich inzwischen nur bestätigen kann).

Auf der BOOT 2014 war es dann soweit: ein Messeangebot überzeugte mich preislich und so bin ich seit Januar 2014 stolzer Besitzer eines nagelneuen OSTC2. Am Messestand hatte ich ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem der Inhaber und am Wochenende drauf habe ich meinen OSTC gleich getestet.  Unterwasser war alles wie immer: man springt rein, der Computer geht durch den Wasserkontakt ab 1,50m Tiefe an – alles gut. An Land erschlägt einen der Computer mit Einstellungs-Möglichkeiten.

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Detailanzeige eines Tauchgangs

Am Besten lässt man erst alles auf den Werkseinstellungen und taucht einfach los. Die Bedienung erfolgt über zwei Piezo-Schalter die durch einfaches Antippen (geht natürlich auch mit Handschuhen aller Art) bedient werden. Das 2,4″ grosse Display ist extrem klar und deutlich ablesbar. Mein Buddy guckt inzwischen öfter mit auf meinen Computer um bei seinem nicht erst die Beleuchtung anschalten zu müssen 🙂

Nach Studium des Handbuch (gibt es auch elektronisch) erschliessen sich dann nach und nach die konfigurierbaren Parameter. Inzwischen habe ich verstanden, warum man die zugrundeliegenden Rechenmodelle auch auswählen und sogar anpassen kann.

Früher habe ich blind darauf vertraut, dass der Hersteller schon für mich passende Werte einprogrammiert hat – heute weiss ich welche Rechenmodell ich nutze und welche Gradientenfaktoren. (früher kannte ich nicht einmal das Wort)

Der Tauchcomputer hat mich ermuntert, mir diese theoretischen Grundlagen anzueignen. Ein Vergleich der „no fly“ oder Restsättigungswerte verschiedener Computertypen zeigt deutlich, dass diese Werte zum Teil mehrere Stunden voneinander abweichen. Aber warum bloss?
Auch hier gilt der Grundsatz: Ausbildung schadet nur dem der keine hat…

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Logbuchanzeige

Natürlich lässt sich der OSTC2 mit einem Computer verbinden. Mittels einer Micro-USB Schnittstelle, über die auch der Akku geladen wird, kann man eine Verbindung zu einem Computer (Win, Linux oder Mac) herstellen.

Alle weiteren Features (deren Anzahl hier den Artikel sprengen würden) sind auf der Herstellerwebseite beschrieben.

Mein Fazit ist daher eindeutig: der OSTC kann immer noch eindeutig mehr als meine heutigen taucherischen Fähigkeiten benötigen. Aber ich wachse mit und an meinem Tauchcomputer. 🙂

Daher von mir eine klare Kaufempfehlung!

 

 

 

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