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Nov 23

Infekte im Taucherohr vermeiden

Viele Taucher kennen das Szenario: endlich ist der Urlaub da und es geht zum Tauchen. Doch nach wenigen Tagen juckt das Ohr, es nässt nachts oder es entzündet sich. In solchen Fällen helfen z.B. Panotile-Tropfen. Besser ist es aber, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

Betrachtet man den Vorgang der im Ohr abläuft, beginnt alles mit Wasser im Gehörgang. Entweder enthält das Wasser bereits „Lebensformen“ wie Bakterien, Keime etc. oder es greift als Salzwasser die natürliche Fettung des Ohres an. Im Süsswasser ist es nicht viel besser, hier ist oft das Wasser kälter und hat weniger Bakterien. Kälte tut dem Gehörgang auf Dauer aber auch nicht gut.

Egal welche Variante – am Ende steht oft eine Infektion des Taucherohrs, eine schmerzhafte Unterbrechung des Tauchsports und ein Besuch beim HNO.

Seit längerer Zeit habe ich daher nach einer Alternative gesucht.

Alternativen zur Vermeidung von Infekten

ProEarEine Alternative ist die Subgear Oceanic Pro Ear Maske, die die Ohren beim Tauchen völlig trocken hält. Diese Lösung funktioniert grundsätzlich, erfordert aber, dass man die restliche Ausrüstung (z.B. die Kopfhaube) daran anpasst.

Eine etwas unauffälligere Alternative ist ein Ohrstöpsel. Ein Ohrstöpsel für Taucher darf das Ohr nicht völlig abdichten, sonst ist kein Druckausgleich mehr möglich. Auch hierzu werden im Internet unterschiedliche Lösungen angeboten. (Cressi Ohrenstöpsel, Doc’s Pro Plugs  u.a.)

Diese aus Silikon gefertigten Stöpsel funktionieren bei einigen Taucher sehr gut, bei anderen nicht. Grund dafür sind unterschiedliche Ohrformen. Ich habe die Doc’s Pro Plugs selber ausprobiert und war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Mein Buddy taucht damit seit Monaten ohne Probleme.

 

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zwei angepasste Ohrstöpsel

Mein nächster Gang führte mich zu einem Hörgeräteakustiker, mit dem ich das Problem besprochen habe. Ein gängiges Produkt bei Hörgeräte-akustikern sind Schwimmstöpsel, die auf Maß angepasst werden. Damit ist das Ohr absolut wasserdicht. Nun galt es einen Weg zu finden, um dennoch den Druckausgleich machen zu können.

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Blick auf die Belüftungskanäle

Die Lösung ist ein kleiner Schlauch der in die Otoplastik eingesetzt wird und einen Druckausgleich ermöglicht. Ich habe diese Lösung nun bei einigen Tauchgängen ausprobiert und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Um das Funktionieren dauerhaft sicherzustellen, muss der Kanal sauber gehalten werden.

 

In Verbindung mit einer Kopfhaube reduzieren diese Stöpsel die eindringende Wassermenge soweit, dass meine Probleme damit nicht mehr aufgetreten sind. Sicherheitshalber spüle ich die Ohren nach einem Tauchgang in warmen Gewässern noch zusätzlich mit Süsswasser aus. Die (frei wählbaren) Farben zeigen mir, welcher Stöpsel nach links und rechts gehört.

Die Kosten lagen bei knapp 80,- Euro.
Wer Interesse an einer Bezugsquelle hat, kann mich gerne anmailen unter Huey(at)lostplacediver.de.

 

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