Feb 17

Tarierung für Profis

Tarieren kann ich doch…oder?

Eine gute Tarierung ermöglicht es einem Taucher, schwerelos dahin zu gleiten. Dieser Zustand der Schwerelosigkeit macht einen grossen Teil der Faszination beim Tauchen aus. In der Openwater Ausbildung lernt man Tarierung nur in Grundzügen. Üblicherweise lernt man Luft ins Jacket zu lassen, bis der Zustand der Schwerelosigkeit erreicht ist. Doch ist das wirklich schon eine gute Tarierung?

 

Wenn ich mich an meine eigene Sporttauch-Grundausbildung erinnere, haben wir diese Übungen meist kniend auf dem Grund durchgeführt. Das war auch ok, weil es darum ging, die Übung als solches zu lernen. Die Übung im tarierten Zustand zu machen, fordert den Taucher deutlich mehr.

Tarierung

Wenn Du denkst dass Du richtig tarierst, begebe dich unterwasser auf 3m Tiefe in den Schwebezustand und wechsele die Tauchmaske.

Wenn du während dieser Übung nicht mehr als 50 cm hoch oder runtergehst, bist du richtig tariert. Viele Taucher sinken während dieser Übung deutlich ab.

 

Woran liegt das?

In der Grundausbildung lernt man dass ein ungewolltes Aufsteigen mit Risiken verbunden ist. Mit dieser Information im Kopf tauchen viele Taucher permanent leicht negativ tariert. Da macht auch nichts, solange die Taucher nicht abgelenkt werden, da sie diese leicht negative Tarierung durch die Atmung ausgleichen. Mit der Luft in der Lunge ist man dann tatsächlich neutral tariert. Wenn jetzt aber ein Ereignis eintritt dass gedanklich von der Atmung ablenkt wie eine Übung oder ggf sogar eine Stress-Situation, wird der Taucher die Tarierung verlieren und sinkt nach unten. Mit steigender Tiefe beschleunigt sich dieser Effekt, da die Tarierung immer weniger stimmt.

Man erkennt leicht negativ tarierte Taucher oft daran, dass sie sich oft mit einem oder zwei Fingern am Riff oder am Wrack abdrücken. Der Grund ist, dass die Tarierung eben nicht wirklich 100%ig stimmt.

 

Tarieren für Profis

Physikalisch betrachtet muss die Tarierung eingestellt werden (durch Lufteinlassen oder Ablassen im Jacket) wenn der Taucher im halb-eingeatmeten Zustand ist.

Die richtige Menge Luft einzuatmen klappt nicht auf Anhieb sondern muss trainiert werden.

Richtig eingestellt geht der Taucher nun beim Einatmen etwas hoch und beim Ausatmen wieder runter. Diese Tiefenänderung wird nur ca. 50 cm betragen. Wenn nun eine Stress-Situation auftritt geht man leicht rauf und runter, verliert aber nicht mehr vollständig die Tarierung.

Viel Spass beim Üben!

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