Mrz 27

Woran erkennt man eine gute Tauchbasis?

Jedes Jahr, wenn im Frühling die Tage länger werden,  fassen einige Menschen den Entschluss, Taucher zu werden. Spätestens im Sommerurlaub fällt der Wunsch wieder ein und man sucht, nicht selten bereits vor Ort im Urlaub, eine gute Tauchbasis.

Ausbildung oder gebührenpflichtiges Versenken?


Tauchen ist ein Sport bei dem sich der Taucher in ein Umfeld begibt, in dem er nur durch den Einsatz von Technik überleben kann. Die Qualität der Ausbildung ist daher  von entscheidender Bedeutung.

Die nachfolgenden Punkte zeigen, wie auch ohne große Vorkenntnisse  die Qualität einer Tauchbasis bei einem kurzen Besuch und einem Gespräch beurteilt werden kann.

  1. Ordnung und Sauberkeit
    Ein Blick in die Räumlichkeiten der Basis zeigt schnell ob man es mit Profis zu tun hat. Im Kompressorraum ist Sauberkeit und Ordnung Pflicht (z.B. volle Flaschen stehen immer an einer bestimmten Stelle). Ein guter Indikator für Sorgfalt ist auch der Füllstand der Tauchflaschen. Wenn 200bar angekündigt sind, sollten auch 200bar bei der Messung angezeigt werden. Das gleiche gilt für den Sauerstoffanteil von Nitrox-Füllungen.
  2. Leih-Ausrüstungen
    Ein Blick auf das Leih-Equipment gibt ebenfalls Informationen darüber, wie ernsthaft eine Basis betrieben wird. Gute Basen haben oft Ausrüsterverträge, hier hängen meist zahlreiche gleiche Taucheranzüge eines Herstellers in diversen Größen. Das gleiche gilt auch für Tauchjackets. Ein bisschen Artenvielfalt schadet natürlich nicht, aber wenn überwiegend ältere Einzelstücke ein Flohmarkt-Ambiente verbreiten, steht an der Basis eindeutig der schnelle Euro im Vordergrund.
  3. Hygiene
    Atemregler werden direkt in den Mund genommen. Gute Basen erneuern für jeden Gast ohne Nachfrage die Mundstücke (Kosten 3,- Euro)  und ordnen einen Atemregler für die Dauer des Urlaubs fest einem Kunden zu.Füsslinge sind ebenfalls ein guter Hinweis auf die Hygiene an der Basis. Einige Basen reichen sie noch feucht und „lebend“ an den nächsten Kunden weiter, gute Basen desinfizieren die Füsslinge vor einer Weitergabe.

    Ein weiteres Thema sind auch die Spülbecken für die Ausrüstung: gute Basen haben mindestens getrennte Spülbecken für Atemregler und Füsslinge und Neoprenzeug.

  4. Tauchausbildung
    Die Inhalte von Tauchausbildungen sind verbandsspezifisch und nach ISO-Normen geregelt. Ich empfehle sich nach Möglichkeit vor Urlaubsantritt mit der Materie etwas vertraut zu machen. Tauchausbildungen für Anfänger sollten min 6-8h Theorieausbildung beinhalten. Nehmt Euch die Zeit und hört einfach mal 10 min bei einer laufenden Ausbildung zu.
    Auch unterwasser gibt es gute und schlechte Ausbildungen. Gute Lehrer vermitteln z.B. verschiedene Flossenschläge und helfen dem Schüler während der Tauchgänge die Wasserlage und die Bleimenge zu optimieren. Fragt einfach mal Schüler an der Basis nach diesen Punkten.
  5. Qualität der Tauchlehrer (TL)
    Die Qualität der Tauchlehrer ist einer der wesentlichsten Punkte. Ein guter TL sollte auch selbst ein Taucher sein und selber regelmäßig Tauchen gehen. Er sollte fürs Tauchen brennen, auf Höhe der Zeit sein und auch zu aktuellen Tauch-Trends (Atemgase, technisches Tauchen, Sidemount etc.) grundlegende Kenntnisse haben. Einstellmöglichkeiten von Tauchcomputern und die wesentlichen Parameter (wie z.B. ppo, MOD) sollte ein Tauchlehrer mühelos erklären können.
  6. Atemgase
    Moderne Basen bieten heute unterschiedliche Atemgase an. Während für einen Tauchgang pro Tag normale Pressluft völlig ausreicht, erhöht bei Mehrfachtauchgängen und sogenannten „Doppeldives“ Nitrox die Tauchsicherheit beträchtlich. Ein heikles Thema sind auch die Oberflächenpausen zwischen zwei Tauchgängen. Entweder taucht man direkt nach dem Flaschenwechsel wieder ab (10 min) oder nach einer min. 90 minütigen Oberflächenpause. Die weit verbreitete Praxis nach 30-40 min wieder abzutauchen ist, medizinisch gesehen, abzulehnen.
  7. Sicherheit
    Bei Ausfahrten mit dem Boot empfiehlt es sich nach einigen kleinen aber wichtigen Details zu fragen. Gute Tauchboote haben Trinkwasser an Bord. Wenn der Motor auf dem Wasser streikt, sitzen die Taucher schnell mal eine Stunde in der Sonne…  Weitere Verpflegung gibts auch an einigen Basen aber das ist dann schon Luxus.
    Wichtig ist auch eine Sauerstoffversorgung an Bord. Bei fast allen Tauchunfällen ist die Gabe von reinem Sauerstoff geboten. Die Frage nach einer eventuellen Rettungskette sollte auch ohne Stottern beantwortet werden können, ebenso wie die Frage nach weiteren Rettungsmitteln wie Funk und Leuchtmitteln für den Notfall (Raketen).
  8. Buddyteams
    Gute Tauchbasen machen an Land klare Ansagen, wann an welchem Tauchplatz getaucht wird. Das ist wichtig, da nur so bereits vor dem Tauchgang beurteilt werden kann, ob der Tauchplatz für die eigenen Fähigkeiten geeignet ist.
    Taucher haben z.B. in Abhängigkeit Ihrer Ausbildung Tiefenlimits, oder man benötigt einen Buddy in einem bestimmten Brevetierungsgrad (gesetzliche Vorschrift z.B. in Spanien).
    Ein weiterer wichtiger Punkt ist, ob Buddy-Teams bereits an Land zusammengestellt oder erst auf dem Boot „zugelost“ werden. Dieser Punkt zeigt, wie wichtig der Basis die Einhaltung von Tiefengrenzen und die Brevetierung von Tauchteams ist.
  9. Wetter, Absage von Ausfahrten
    Tauchen im Meer wird stark durch das Wetter beeinflusst. Ausfahrten bei Gewitter sind lebensgefährlich, daher sollten Ausfahrten an Tagen mit Gewitterneigung von der Basis abgesagt werden. Wind und Welle können auch das Tauchen an bestimmten Tauchplätze erschweren. Verantwortungsvolle Basisbetreiber verzichten dann auf die Ausfahrt oder bieten eine mögliche Alternative an. Fragt einfach mal nach, wie solche Fälle gehandhabt werden.

Natürlich gibt es viele weitere Details, die auch wichtig sind. Die hier genannten Punkte  sind aber besonders einfach zu sehen bzw. in einem kurzen Gespräch bei einem Basisrundgang zu checken.

 

 

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