Erfahrungsbericht – Scubapro Hydros pro

Seit mehr als fünf Jahren tauche ich in meiner Freizeit diverse Wingsjackets im DIR-Style von Halcyon und DIRZONE.

Für OWD / AOWD Ausbildungstauchgänge als Tauchlehrer habe ich bisher ein Sporttaucherjacket (Aqualung AXIOM) getaucht, um dem Schüler möglichst vergleichbar zu seiner Ausrüstung die Übungen demonstrieren zu können.

Vermisst habe ich dabei die Wasserlage und das Gefühl eines echten Wings. Daher habe ich nach einem Jacket gesucht, das den Komfort des einfachen An- und Ausziehens mit der guten Wasserlage eines Wings kombiniert.

Scubapro Hydros pro


Seit 2016 bietet Scubapro das Hydros pro Jacket an, das vom Konzept her versucht, beide Welten miteinander zu kombinieren. Wie gut das aus meiner Sicht gelungen ist, werde ich näher beleuchten.

 

Der Aufbau des Hydros Pro

Hydros pro

Scubapro Hydros pro

Das Hydros pro ist hat alle Komponenten eines klassischen TEC-Wings. Es besteht aus einer (Kunststoff-) Backplate, einer leicht Form-veränderten Donut-Blase und einer Sporttauchjacket-typischen Bebänderung mit optionalem Schrittgurt.
Die Blase ist mit Bungees fixiert, die unter einer speziellen Abdeckung der Blase für eine möglichst kompakte Form der Blase sorgen. Das Jacket ist ausschliesslich für Mono Flaschen konzipiert.

An den Schultergurten befinden sich jeweils zwei D-Ringe, an und unterhalb der Bleitaschen finden sich weitere D-Ringe. Das Jacket ist darüber hinaus mit einer großen Menge an separat erhältlichem Zubehör individuell erweiterbar.

Die Backplate und Teile des Harness (die Bebänderung) bestehen aus einem neuen „Monopren* Spritzguss-Material was laut Angaben des Herstellers bisher für Flossen verwendet wurde. Die Haptik des Materials ist gut, das Material nimmt kein Wasser aus und trocknet daher sehr schnell. Die Haltbarkeit kann ich heute noch nicht beurteilen, der Hersteller bezeichnet das Material als UV-resistent und extrem widerstandsfähig.

 

Scubapro Hydros pro

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Jacket verfügt neben dem Inflator über zwei separate Schnellablässe so dass die Luft auch in horizontaler Wasserlage abgelassen werden kann. Darüber hinaus öffnet ein einfacher Zug am Inflatorschlauch auch einen Luftablass. Auch hier gibt es nicht zu beanstanden.

Blei im Hydros Pro

Das Blei kann in zwei abnehmbaren Bleitaschen und in zwei Trimmbleifächern neben der Tauchflasche verstaut werden. Die beiden Taschen fassen laut Hersteller je 4 kg, die Trimmbleitaschen je 1 kg Blei, so dass in Summe 10 kg Blei Platz finden. Da sollte auch für Tauchgänge im Trocki reichen, da das Jacket selbst keinen nennenswerten Auftrieb erzeugt.

Unterwasser mit dem Hydros Pro

Im Wasser fühlt sich alles sehr vertraut an: die Wingbauform spielt hier ihre Vorteile voll aus, die Wasserlage ist sehr

Inflator

angenehm und die Flaschenventile sind für mich gut erreichbar. Einziger Minuspunkt ist der sehr eigenwillige Inflatorbedienknopf: hier wäre eine Standard-Anordnung eindeutig besser.

Die ungewohnte Anordnung der Ein- und Auslassventile ist in der Praxis sehr fummelig. Hier sollte Scubapro nachbessern oder zumindest alternativ eine Standard-Bedieneinheit anbieten.

 

 

Komfort

Beim Komfort (An- und Ausziehen) punktet das Hydros deutlich gegen die minimalistischen DIR-Wings. Auch ohne Rentnerleiter ist das Handling des Jackets sehr bequem, da die Gurte einfach verlängert und verkürzt werden können. Das ist eindeutig besser gelöst als die Cinch-Lösung bei Halcyon. Die Klipps und Schnallen sind aus Kunststoff. In diesem Punkt sind die rein auf Metall setzenden DIR Jackets natürlich haltbarer, für Standard-Anwendungen ist die Scubapro Kunststoff-Ausführung aber völlig ok.

 

Zubehör / Erweiterbarkeit

Scubapro bietet zum Hydros eine lange Zubehörliste an. Neben einer (sinnvollen) Messerhalterung gibt es Taschen, Bungees zum Verstauen und Befestigen von Bogen, Lampen und weiterem Equipment. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit das Jacket farblich zu customizen (wer’s braucht .-) )

Der Preis pendelt sich im Web derzeit (Mai 2018) bei ca. 660,- ohne Zubehör und inkl einem Rucksack ein.

Weitere Infos findet man hier.

 

1 Kommentar

  1. Lieber Uwe,

    hab vielen Dank für deinen gelungen Testbericht. Hat mich gefreut und alles in Infos gebracht.

    Es scheint sich für mich zu bewahrheiten, dass es lieber bei einer „ODER“ Lösung bleiben sollte, trotz deiner Schlussfolgerung.
    Für mich persönlich hat ein Wing nur einen einzigen Vorteil: Auftrieb. Dieser hat ja bekanntlich auch beim Technischen Tauchen eine andere Relevanz als beim Sporttauchen. Warum also mit einem Wing & Monofläschen ins Wasser?

    Was die Wasserlage angeht, sehe ich es genau andersherum: ich möchte alles andere als stabil im Wasser liegen, sondern mich dreidimensional bewegen können. Darauf hat ja Scubapro auch bereits vor ca. 1.000 Jahren eine extrem gute Antwort gefunden: das Master Jacket. Seit Urzeiten ungeschlagen (im Übrigen insbesondere bei Tauchlehrern) was die Dynamic angeht, aber leider ebenfalls recht hochpreisig. (räusper*Geburtstag*räuser)

    Was ich aber nicht unerwähnt lassen möchte nach zahlreichen Testtauchgängen mit den unterschiedlichsten Bauformen, und du sicherlich auch bestätigen kannst: es gibt Unterschiede im „Feeling“ und Verhalten, aber diese scheinen längst nicht so groß zu sein wie es an andere Stelle und am „Taucherstammtisch“ gerne zu hören ist. Bislang ließ sich noch jedes Jacket tauchen und hat voll und ganz den ursprünglich erdachten Sinn & Zweck erfüllt.

    Wenn ich mir mal ein kleines „Mono-Wing“ zulegen sollte, z. B. von OMS mit dem Bungees, dann nur, weil es nen hübsch schlanken Fuß macht und geil aussieht. 🙂

    Ich freue mich auf deine weiteren Beiträge. Und an dieser Stelle nochmals Danke für:

    • den Lüfter-Bügel-Tipp für den Trocki
    • den Gartenschlauch-Tipp für den Lüfter-Bügel 😉
    • den Jacket-Flossen-Halter-Tipp

    Alle drei Sachen sind ständig im Einsatz und machen das Tauchen für mich noch schöner. :-*

    Liebe Grüße von der Küste,
    Jan

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