Erfahrungsbericht Shearwater Perdix AI

Nachdem mein langjähriger Tauchcomputerhersteller HeinrichsWeikamp zwölf Monate lang vergeblich mit meinem OSTC-Sender gekämpft hat und schließlich kulanterweise meinen kompletten Kaufpreis zurückerstattet hat, wurde ein neuer Tauchcomputer fällig.

Sherawater Perdix AI

Ich nutze Tauchcomputer sowohl in der Tauchausbildung als auch für anspruchsvollere Tauchgänge mit Gaswechseln. Für meine typischen Haupt-Einsatzgebiete Mittelmeer, deutsche Seen und Pool kam nur ein selbstleuchtendes Display in Frage.
Nach einer Sondierung des Marktes wurde es ein Shearwater Perdix AI mit Sender.

Das Display des Computers kann vom Anwender mit den Werten konfiguriert werden, die man beim Tauchen angezeigt bekommen möchte.

Die Betriebsarten

Der Perdix ist ein Tauchcomputer mit einem weiten Einsatzbereich. Dazu kann er in verschiedenen Modi betrieben werden:

  • OC Recreational (für Sporttaucher)
  • OC Technical (bis zu 5 Trimix Gase)
  • CC Internal (Rebreather)
  • Gauge / Kompass (Apnoetauchen)
Logbuchfunktion des Perdix

Ich mag Tauchcomputer die per Bungee befestigt werden weil sie sich dann automatisch an unterschiedliche Anzugstärken bzw Unterzieher anpassen.
Der Perdix hat sowohl eine Vorrichtung für Bungees als auch für klassische Armriemen mit Plastikschliesse.

Stromversorgung

Darüber hinaus ist mir eine gute unkomplizierte Stromversorgung wichtig. Spezialladegeräte und extrem kurze Batterie-Laufzeiten sind für mich inzwischen ein Ausschlusskriterium. Der Perdix ist ein wahrer Allesfresser: er arbeitet mit allen AA-größenkompatiblen Batterien und Akkus zusammen (AA-Batterie Alkalline ca. 45 Stunden; SAFT LS14500 ca.120 Stunden). Damit sollte es in allen Ländern problemlos möglich sein, eine Ersatzbatterie zu bekommen.

Die angegebenen Batterielaufzeiten werden in der Praxis erreicht.

Der Sender

Der Sender von Aqualung

Nun zum Sender: es gibt im Handel zwei Arten, einen von Shearwater und einen Aqualung. Beide Sender sehen verblüffend ähnlich aus 🙂
Der Sender mit Aqualung Label ist etwas günstiger als der Sender mit Shearwater-Aufdruck und lässt sich problemlos pairen. Auch Unterwasser funktioniert es tadellos. Der Computer zeigt den Luftverbrauch permanent an und berechnet auch die noch verbleibende Zeit auf der aktuellen Tiefe unter Berücksichtigung der restlichen Luftmenge. Das ist praxisgerecht und praktisch. Der Perdix kann zwei Sender gleichzeitig auslesen was für die Sidemounter oder Tauchlehrer sehr hilfreich ist.

Rechenmodell

Wichtig sind bei einem Tauchcomputer die zugrunde liegenden Rechenmodelle. Tauchcomputer die das Rechenmodell nicht dokumentieren verwende ich nicht. Der Perdix basiert auf einem Bühlmann Modell mit Gradientenfaktoren. Das Standard Modell kann über Konservatismus-Level an eigene Risikofaktoren (Übergewicht, Krankheiten, Fitness, Alter etc.) beeinflusst werden. Im TEC Modus können auch die Gradienten an eigene Vorstellungen angepasst werden.

Logbuch

Die Logbuchfunktion zeigt alle relevanten Daten eines Tauchgangs. Neben den üblichen Werten wie Tiefe, Tauchzeit, Wassertemperatur, Anfangszeit berechnet der Perdix auch die Oberflächenpausen zwischen den Tauchgängen. Darüber hinaus wird auch der Luftverbrauch berechnet. Man kann mit einer Handyapp (gratis von Shearwater) sogar den Luftverbrauch in einzelnen Tauchgangsphasen nachvollziehen. Die Verbindung funktioniert zeitgemäß über Bluetooth.

Restsättigung als Diagramm

Restsättigung / no fly

Einziger Kritikpunkt nach 40 Tauchgängen ist die nicht vorhandene Anzeige der Restsättigung. Anstelle einer der Anzeige einer Restsättigung in Stunden und Minuten zeigt der Shearwater nur eine Grafik der Gewebesättigung an.

Shearwater begründet auf der eigenen Webseite, warum man hier vom Standard abweicht.

Fazit

Der Shearwater ist ein erstklassiger Tauchcomputer mit einem sehr breiten Anwendungsbereich. Trotz des genannten Kritikpunkts würde ich ihn jederzeit wieder kaufen. Klare Empfehlung!

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